Krisenstrategie: Wien und Niederösterreich kündigen langfristige Erhöhung der Kulturbudgets an.

Wien (OTS) - In der Kunstszene herrscht Angst vor sinkenden Subventionen in Krisenzeiten. In dieser Situation wählen die Bundesländer Wien und Niederösterreich eine klare Strategie: Die Kulturbudgets werden maßgeblich erhöht, und das über mehrere Jahre. Das erklären Landeshauptmann Erwin Pröll und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe. Beide empfehlen dem Bund, der das Kulturbudget seit Jahren restriktiv behandelt, dringend ein ähnliches Vorgehen. Pröll: "Weshalb es im Bund so schlecht funktioniert, ist mir klar: Wer in der Kulturpolitik effizient sein will, braucht ein kulturelles Herz. Solange nicht Verantwortungsträger an die Schalthebel kommen, die aus Leidenschaft mit Kulturschaffenden umgehen, wird sich das nicht ändern. Ich kann meinem Neffen Josef diese Leidenschaft nur nahe legen. Ansätze hat er. Ich wünsche, dass sie sich in der politischen Tagesarbeit niederschlagen."

Übereinstimmend befürchtet man, dass in der aktuellen Situation Sponsoren ausfallen könnten. Diese seien aber von keiner so großen Bedeutung. Pröll: "Das sind nur Zusatzeffekte. Das Budget des Landes wird mit Sicherheit konsequent Jahr für Jahr gesteigert. Wir haben das kulturpolitische Profil auch geschärft, weil es Unglaubliches an Tourismus und damit für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt bringt. Das Ausspielen des Kulturbudgets gegen das Sozialbudget kann nur von ganz kurzsichtigen Menschen kommen. Im Gegenteil: Die finanziellen Auswirkungen der Kulturpolitik ermöglichen uns eine effiziente Sozialpolitik."

Auch Mailath-Pokorny kündigt für nächstes Jahr eine Erhöhung an:
"Dem Bürgermeister und der Finanzstadträtin ist vollkommen klar, dass damit Entscheidendes für das Wohlergehen der Stadt geleistet wird. Deshalb kann ich mit Befriedigung sagen, dass wir auch im nächsten Jahr eine Steigerung von 6,04 Prozent des Kulturbudgets haben werden. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern." Mailath weiter: "Das geht vor allem in Richtung Bund, auch an einen künftigen Bundeskanzler: Hier zu kürzen wäre eine ungeheuerliche Kurzsichtigkeit und ein Schaden für das Land. Förderungsmaßnahmen für die Kultur müssen genauso behandelt werden wie eine Staatstherapie für eine Bank." Mailath an die Künstler: "Ich vermisse in letzter Zeit auch seitens der Kulturschaffenden das selbstbewusste Auftreten. Als in der Ära Klima die Subventionen eingefroren wurden sind 2000 Künstler über den Ring marschiert, um die Kunst zu Grabe zu tragen. Heute obwaltet eher undifferenziertes Jammern."

Auch das Land Salzburg erhöht im nächsten Jahr sein Kulturbudget um 7,3 Prozent. Landeshauptfrau Burgstaller nennt via NEWS allerdings deutliche Prioritäten: "Es ist durchaus möglich, dass die gegenwärtige Finanzkrise auch Auswirkungen auf Kunst und Kultur haben wird. In Salzburg liegt die Priorität der Landespolitik aktuell sicher beim Kampf um jeden Arbeitsplatz und beim Engagement für die heimischen Betriebe. Die Politik wird aber auch nach Kräften dazu beitragen, dass keine Sponsoren abspringen."

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