Plassnik zur Obama-Wahl: "Signal für Zukunftsvertrauen"

Außenministerin zu den Wahlen in den Vereinigten Staaten

Wien (OTS) - "Das ist ein Augenblick der Zuversicht. Über diesen Anfang liegt der besondere Zauber des "Yes we can" - "Wir schaffen es". Barak Obama hat überzeugend gewonnen. Seine Wahl verknüpft wieder die Themen Politik und Hoffnung. Das ist besonders wichtig im Kampf gegen Politikverdrossenheit. Und gibt gerade Jungen und Benachteiligten wieder das Gefühl des Einbezogenwerdens", erklärte Außenministerin Ursula Plassnik in einer ersten Reaktion auf das Ergebnis der Präsidentenwahlen in den USA.

"Der Sieg Barak Obamas ist ein deutliches Signal für Zukunftsvertrauen - für die USA und für die Welt. Die Welt braucht dieses Zukunftsvertrauen gerade im Zeitalter der Verunsicherung, der Finanzkrise, der Globalisierungsängste", so Plassnik weiter.

Die Außenministerin erwartet sich vom künftigen 44. Präsidenten der USA auch außenpolitisch "eine Stimmungswende und ein Gefühl der Gemeinsamkeit mit klarem Blick auf die anstehenden weltweiten Herausforderungen wie Klimawandel, Finanzkrise, Abrüstung und Stärkung der multilateralen Zusammenarbeit. Amerika muss sich wieder bewusst werden, dass wir nur gemeinsam und partnerschaftlich in der Welt viel zum Positiven bewegen können. Amerika soll wieder die angesehene und verantwortungsvolle Führungsmacht werden. Beide Seiten - die Europäische Union und die USA - sind bereit für eine gereifte Partnerschaft. Das ist auch für uns eine Chance, uns wieder aufmerksam mit Amerika zu beschäftigen und nicht in flacher Ablehnung stecken zu bleiben."

"Aber auch an uns Europäer werden die Vereinigten Staaten deutliche Erwartungen stellen und unseren solidarischen Beitrag in der internationalen Krisenbewältigung, etwa in Afghanistan, im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika einfordern", so Plassnik. Europa und die USA müssten sich dabei aber auch beide stärker bewusst machen, dass sich die Gewichte international insgesamt tiefgreifend verschieben, erklärte Plassnik unter Verweis auf China, Indien und Russland. "Wir werden unsere amerikanischen Freunde dabei unterstützen, aus alten Denkmustern auszubrechen und aktiv den Dialog auch mit schwierigen Partnern, etwa Syrien oder dem Iran, zu suchen."

Plassnik warnte allerdings nachdrücklich vor überschießenden Erwartungen an den neuen Präsidenten. "Wir müssen nüchtern bleiben, auch im Moment dieser amerikanischen Euphorie. Realpolitisch ist der Spielraum sowohl im Inneren als auch in der internationalen Politik weit geringer als manche vermuten oder sich wünschen. Die messianischen Erwartungen, die jetzt formuliert werden, können von keinem Menschen erfüllt werden. Auch Obama wird nicht über Wasser gehen und Wunder bewirken."

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