Neuerungen bei Gefahrguttransporten ab 1. Jänner 2009

Entbürokratisierung bei Begleitdokumenten und neue Eintragungen im Beförderungspapier

Wien (PWK831) - "Zu einer Entbürokratisierung bei den Begleitdokumenten kommt es ab 2009 bei Gefahrguttransporten auf der Straße, der Schiene und Binnenwasserstraßen. Mit ADR/RID/ADN 2009 werden die schriftlichen Weisungen (Unfallmerkblätter), die Hinweise für die Lenker für Notfälle enthalten, in einem Standarddokument vereinheitlicht", erklärte Stefan Ebner, stellvertretender Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr, heute auf den sogenannten "Transportsicherheitstagen" in Vösendorf.
Bisher seien schriftliche Weisungen für die nach 4000 UN-Nummern gegliederten gefährlichen Stoffe und Güter jeweils stoffbezogen erstellt worden. Diesbezügliche Probleme bei Kontrollen sollten damit endgültig der Vergangenheit angehören.

Die neue Standardunfallanweisung muss künftig nur mehr in einer Sprache mitgegeben werden, die jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung (Lenker) lesen und verstehen kann. Bisher musste dieses Dokument zusätzlich in den Sprachen der Herkunfts-, Transit- und Bestimmungsländer mitgeführt werden.

"Anzupassen sind in diesem Zusammenhang auch die am Fahrzeug mitzuführenden beweglichen Ausrüstungsgegenstände (Schutz-Handschuhe, Schutzbrille, Notfallfluchtmaske, Kanalabdeckungen usw)", erläuterte Ebner. "In der Vergangenheit bestimmten die Versender der Gefahrgüter die Vorgaben für die Ausrüstung beim Gefahrguttransport. Unternehmen sollten daher bald ihre "Ausrüstungskoffer" auf Vollständigkeit hinsichtlich der nunmehr gesetzlich vereinheitlichten Standards 2009 überprüfen."

"Erstmals werden den Gefahrgütern Tunnelbeschränkungscodes zugeordnet. Diese müssen im Beförderungspapier eingetragen werden, wenn die Transportroute durch einen Tunnel führt. Die Tunnels (auf Autobahnen) werden Risikoanalysen unterzogen und ebenfalls kategorisiert (A bis E). Beispielsweise bedeutet der Buchstabe D, dass die Durchfahrt durch Tunnels der Kategorien D und E verboten ist", weist Ebner auf die geänderten Sicherheitsvorschriften für Straßentunnels hin. Ausweichrouten müssen entsprechend beschildert sein.

"Unübersichtlicher werden die Termini Technici bei den sog Freistellungen", bedauert Ebner. "In Kap 3.5 wird eine neue Kategorie "In freigestellten Mengen verpackte gefährliche Güter" eingeführt. Die Freistellungen für Beförderungen von Privatpersonen werden großzügiger gestaltet. Bei den Freistellungen für sog. Begrenzte Mengen (LQ) werden neue Kennzeichnungspflichten festgelegt. Geändert werden weiters beispielsweise die Klassifizierungsvorschriften für Abfälle sowie Bau- und Prüfvorschriften für Umschließungen von Verpackungen und Tanks."

Die Vorschriftenumstellung gilt für grenzüberschreitende Beförderungen ab 1. Jänner 2009, bis 30. Juni 2009 dürfen noch ADR/RID/ADN 2007 angewendet werden. Bei innerstaatlichen Beförderungen gelten derzeit noch die Vorschriften 2007 bis zur Veröffentlichung der Novelle 2009 des Gefahrgutbeförderungsgesetzes (voraussichtlich Jahresmitte 2009). (IP)

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