Katholischer Familienverband fordert Entlastung junger Familien

Neuer Verbands-Präsident Steindl präsentierte umfassenden Forderungskatalog: Jährliche Erhöhung der finanziellen Familienleistungen, steuerliche Entlastung von Familien und Verbesserungen bei Kinderbetreuungsgeld und Pensionsrecht

Wien, 4.11.08 (KAP) Mit einem umfassenden Forderungspaket an die Politik hat sich der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) am Dienstag an die Öffentlichkeit gewandt. Ziel des Programms ist es vor allem, junge Familien zu entlasten. Zentrale Punkte darin sind eine regelmäßige jährliche Erhöhung der finanziellen Familienleistungen, eine steuerliche Entlastung von Familien sowie Verbesserungen im Bereich von Kinderbetreuungsgeld, Pensionsrecht und Kinderbetreuungseinrichtungen.

Wie der neue KFÖ-Präsident Clemens Steindl im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien betonte, müsse jungen Menschen wieder "mehr Mut zur Familie" gemacht werden. Das sei aber nur möglich, wenn die materiellen Voraussetzungen stimmen würden. Deshalb brauche es eine jährliche Valorisierung der Familienleistungen, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, so Steindl.

Wertverlust bei Familienleistungen

Untermauert werden die Forderungen des KFÖ durch die Statistik: So wies Steindl darauf hin, dass das Kinderbetreuungsgeld seit seiner Einführung im Jahr 2002 nicht erhöht worden sei, was einen Wertverlust von 18 Prozent bedeute. Der Grundbetrag der Familienbeihilfe sei seit 2000 nicht mehr inflationsbereinigt worden, was einem Wertverlust von 21 Prozent gleichkommt. Auch wenn die als Wahlzuckerl beschlossene 13. Familienbeihilfenzahlung eingerecht wird, bliebe immer noch ein Wertverlust von 13 Prozent, so Steindl. Demgegenüber seien die Mindestpension für Alleinstehende um knapp 80 Prozent und jene für Paare um nahezu 90 Prozent erhöht worden, so Steindl: "Was zu Recht für Pensionisten gilt, muss auch für Familien gelten."

Der KFÖ fordert zudem eine stärkere Entlastung der Familien bei der nächsten Steuerreform. Bei der Besteuerung müsse darauf Rücksicht genommen werden, wie viele Personen von einem Einkommen leben müssen, betonte Steindl.

Weitere Forderungen des Verbands betreffen die Abschaffung der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld, die bessere pensionsrechtliche Berücksichtigung von Teilzeitarbeit sowie die Einführung eines Betreuungsgutscheins für 3 bis 6-jährige. Im Jahr 2006 seien 1,18 Milliarden Euro in Form von Objektförderung für Kinderbetreuungseinrichtungen ausgegeben worden. Um den Eltern aber die Wahlfreiheit zu ermöglichen, sollten diese das Geld direkt in Form von Gutscheinen bekommen, erklärte Steindl. Die Eltern könnten dann selbst entscheiden, wo sie den Gutschein einlösen: in einem Kindergarten, bei einer Tagesmutter, einem Babysitterdienst oder bei anderen Angeboten.

Kostenloses Kindergartenjahr

Weitere Maßnahmen, die der KFÖ für Familien verwirklicht sehen will, betreffen ein letztes kostenloses Kindergartenjahr und Anspruch auf Pflegeurlaub bei einem Krankenhausaufenthalt des Kindes. Im Schulbereich will der Verband mehr Rücksicht auf individuelle Neigungen und Begabungen der Schüler einfordern, und er spricht sich weiters für eine dringende Erhöhung der Budgetmittel für Schulbücher aus.

Auch eine Familienverträglichkeitsprüfung, wonach alle Gesetze und administrativen Maßnahmen auf ihre Familientauglichkeit zu untersuchen sind, enthält der KFÖ-Forderungskatalog.

Steindl sprach bei der Präsentation von einem umfassenden, durchdachten und begründeten Programm. Dieses sei an die beiden Koalitionsverhandlungsteams ergangen wie auch an alle Abgeordneten in Bund und Ländern sowie familienpolitisch aktive Organisationen. Man werde nicht müde werden, so Steindl, sich auch zukünftig für die Verwirklichung der Forderungen einzusetzen. (forts. mgl.)
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