Journalismus darf nicht Ausbeutung werden

Stand-up for Journalism Day 2008: Praktikanten und Freie als Problemfelder

Wien (GPA-djp) - Praktikantinnen und Praktikanten leisten in Österreich oft unbezahlte oder schlecht bezahlte Arbeit, um die im Zuge von Journalismus-Lehrgängen vorgeschriebenen Praktika ableisten zu können. Dabei gibt es nur in der Hälfte aller Unternehmen Ausbildungsverantwortliche, die sich gezielt um die Bedürfnisse der Praktikantinnen und Praktikanten bemühen. Dies zeigt eine von der Gesellschaft für Publizistik und Medienforschung und der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier in Auftrag gegebene Studie, die anlässlich des "Stand-up day 2008" morgen, Mittwoch, um 18 Uhr im Presseclub Concordia präsentiert wird. ++++

"Zwar gibt es seit zwei Jahren eine kollektivvertragliche Vereinbarung, dass Praktika zu entlohnen sind, doch immer wieder beschweren sich Studentinnen und Studenten, dass sich Verlage nicht an die Vereinbarungen halten", kritisiert Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp.

Immer drängender würden allerdings auch die Probleme der "Freien". "Zahlreiche Verlage beschäftigen Kolleginnen und Kollegen jahrelang als freie Mitarbeiter, obwohl deren Tätigkeit in allen Details einem normalen Anstellungsverhältnis entspricht", so Bauer, der diese Praktiken als "Ausbeutung und Sozialbetrug" geißelt. An der Tagesordnung seien in Redaktionen auch fortgesetzte Übertretungen der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Arbeitszeiten.

Mit dem Stand up for Journalism Day, der jährlich am 5. November stattfindet, machen Journalistengewerkschaften weltweit auf sich verändernde Arbeitsbedingungen im Journalismus aufmerksam.

Linktipps:
http://europe.ifj.org/en/pages/stand-up-for-journalism
www.journalistengewerkschaft.at

Studie: Kuli, Taschengeld, Händedruck und tschüss?
PraktikantInnen in österreichischen Medienunternehmen 2008. StudienautorInnen: Mag. Robert Allmer, Univ.Prof.-Dr. Roman Hummel Mitarbeit: Thomas Hauzeneder

ÖGB, 4. November 2008 Nr. 632

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Franz C. Bauer
Vorsitzender Journalistengewerkschaft in der GPA-djp
0664 937 68 11

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martin Panholzer
Dr. Barbara Lavaud
05 0301-61511
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