Gender Tage 2008 stehen unter Motto "Migration und Gender" - Gemeinsame Initiative von Bildungsministerin Schmied, Männerminister Buchinger und Frauenministerin Silhavy findet von 3. November - 10. Dezember statt

Wien (OTS) - "Bildungspolitik ist ein ganz wesentlicher Baustein
der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Herausforderungen einer interkulturellen Bildung sollen nicht ausschließlich auf den Schultern der engagierten LehrerInnen und ExpertInnen ruhen, sondern zum selbstverständlichen Teil aller Bildungsverantwortlichen werden", betont Bildungsministerin Claudia Schmied anlässlich der vom 3. November bis 10. Dezember 2008 zum zweiten Mal stattfindenden Gender Tage. Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt (BKA - Frauen) und dem Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz (BMSK) fördert anlässlich des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008 die Auseinandersetzung mit dem Thema "Migration und Gender".

Ziel der Gendertage 2008 ist es, die genderspezifischen Aspekte der Migration im Schulbereich zum Thema zu machen, aktuelle Studien vorzustellen und unterstützende Materialien für den Unterricht anzubieten. Dazu bietet das Web-Portal Gender + Bildung www.gender.schule.at themenspezifische Materialien, wie z.B. konkrete Anregungen für den Unterricht, Hintergrundtexte und Informationen über die Aktivitäten der beteiligten Ministerien (BMUKK, BKA-Frauen und BMSK) in der Zeit vom 3. November bis 10. Dezember 2008.

Die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund stellt eine große Herausforderung für das österreichische Schulwesen dar. Neben Sprachbarrieren sind es die kulturbedingten Vorstellungen über die Rollen von Männern und Frauen bzw. Mädchen und Buben, die weitreichende Auswirkungen sowohl auf die Ausbildungs- und Berufswahl als auch auf die weiteren Lebensperspektiven haben. Bildungspolitik hat die Aufgabe, die dadurch entstehenden persönlichen Einengungen und Barrieren zu thematisieren und die Schülerinnen und Schüler in ihrer neuen Umgebung zu unterstützen.

Das Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz hat heuer neben der Förderung von Buben- und Burschenworkshops mit dem Ziel der Gewaltprävention dem Schwerpunktthema Migration durch die Finanzierung eines großen Forschungsprojektes Rechnung getragen. Kernthema der Studie "3rd Millenium Muslim Man" sind männliche muslimische und nicht-muslimische Jugendliche. Ziel der Studie ist es, die Lebenssituation von insbesondere muslimischen jungen Männern in Österreich, zu erheben und Zugang zu ihrer Lebensrealität zu erhalten. Dies ermöglicht Unsicherheit, Vorurteile, Missverständnisse und Verallgemeinerungen abzubauen und ein objektiveres Bild des Gegenübers zu entwickeln und ein positives Miteinander zu fördern.

"Der männerpolitische Auftrag zur Erreichung des gemeinsamen geschlechterpolitischen Ziels einer geschlechtergerechten Gesellschaft macht nicht vor der kulturellen Herkunft eines Menschen halt, sondern erfordert notwendigerweise den interkulturellen Dialog. Ich freue mich ganz besonders, dass wir diesen Dialog durch ein ministerienübergreifendes Projekt fördern können", so Bundesminister Erwin Buchinger.

Die ersten Ergebnisse der vom Sozial- und Männerministerium in Auftrag gegebenen Studie zeigen, wie wichtig es ist, mit den jungen Männern direkt zu sprechen. So herrscht unter den jungen Muslimen zum Teil große Unsicherheit und Skepsis in Bezug auf ihr Leben in Österreich. Viele sehen sich mit Hürden im Ausbildungs- und Arbeitsalltag konfrontiert, zum Teil von der Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert und hadern mit Verallgemeinerungen, die Muslime als radikal, frauenfeindlich, unangepasst und fernab jeglicher westlicher Werte darstellen. Auf Seiten der österreichischen Vergleichsgruppe ist Unsicherheit fest zu machen. Die jungen Männer sind sehr ambivalent, sehen aber im Allgemeinen keine Problematik im Zusammenleben der Kulturen und sind kommunikationsbereit. Die Zwischenergebnisse der Studie werden am 2. Dezember 2008 von der Autorin, Dr.in Edith Schlaffer, am 2. österreichweiten Gender Day für Schulen des BMUKK präsentiert.

Frauenministerin Heidrun Silhavy: "Gewalt gegen Frauen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die in allen Teilen der Welt stattfindet. Unter dem Deckmantel der `Tradition´ und dem `Ehrbegriff´ werden Frauen genitalverstümmelt, zwangsverheiratet oder sogar ermordet. Gewalt in jedweder Form darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben, daher gilt es, immer wieder vehement dagegen aufzutreten und sich für eine gewaltfreie Gesellschaft einzusetzen." Im Rahmen der Gendertage findet von 5. bis 25. November 2008 im Frauenministerium die Ausstellung "Tatmotiv Ehre" statt. Begleitende Workshops für Schulklassen sollen auf die Problematik aufmerksam machen und die Öffentlichkeit für diese Menschenrechtsverletzungen sensibilisieren.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Mag. Petra Hafner
Tel.: (++43-1) 53 120-5031

Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz
Dr. Gisela Kirchler-Lidy
Tel.: +43-1-71100-2249

Bundeskanzleramt - Frauen
Cornelia Zoppoth
Tel.: (+43 1) 53115/2131

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