Kinderbetreuungsatlas 2008: neuerlich Verbesserungen, aber ausreichendes Angebot noch in weiter Ferne

Linz (OTS) - Bereits zum zehnten Mal bringt die Arbeiterkammer
heuer den Kinderbetreuungsatlas heraus. Er bietet einen Überblick über die aktuelle Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen in allen oberösterreichischen Gemeinden. Wieder gibt es leichte Verbesserungen, aber: "Von einem flächendeckenden und bedarfsgerechten Angebot sind wir noch weit entfernt. Der Ausbau muss rasch weiter gehen", sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Seit dem Vorjahr wurden in 61 Gemeinden Verbesserungen erzielt. 37 Gemeinden haben nun ein Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige. Eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder wurde in 20 Gemeinden neu geschaffen. In sieben Gemeinden gibt es nun erstmals ein Mittagessen im Kindergarten, und in zwölf Gemeinden wurden die Öffnungszeiten im Kindergarten auf täglich mehr als acht Stunden ausgeweitet. In 19 Gemeinden wurde das Kinderbetreuungsangebot allerdings wieder eingeschränkt.

Die Zahl jener Gemeinden, in denen es weder einen Kindergarten mit Mittagessen noch ein Betreuungsangebot für Kleinkinder oder Volks-schulkinder gibt, ist damit auf 89 gesunken. Das sind allerdings immer noch 20 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden.

Seit vielen Jahren setzt sich die Arbeiterkammer für flächendeckende und leistbare Kinderbetreuungseinrichtungen ein. Ein Vergleich mit der Situation im Jahr 2000 zeigt, dass sich mittlerweile viel getan hat: Kleinkinderbetreuung und Nachmittagsangebote für Volksschulkinder waren vor acht Jahren noch die absolute Ausnahme. Nicht einmal neun Prozent der oberösterreichischen Gemeinden boten Betreuung für Unter-Dreijährige, heute gibt es diese in immerhin fast 52 Prozent der Gemeinden. Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder gab es damals nur in 18,5 Prozent der Gemeinden, heute sind es 53 Prozent. Mittagessen im Kindergarten gab es in 55 Prozent der Gemeinden, heute sind es fast 67 Prozent.

Es gibt also Fortschritte, aber bei weitem nicht genug. Der Ausbau muss rasch weiter gehen, gleichzeitig müssen die Angebote aber auch leistbar sein für die Eltern. Die letzte Elternbeitragsverordnung des Landes hat für viele Eltern mit durchschnittlichem Einkommen zum Teil empfindliche Beitragserhöhungen gebracht. "Das geht eindeutig in die falsche Richtung", meint dazu AK-Präsident Kalliauer, "Kindergärten erfüllen ja Aufgaben, die weit über Betreuung hinausgehen. Sie haben eine immer wichtigere Bildungsfunktion. Die Einführung des Gratis-Kindergartens auch in Oberösterreich ist daher ein Gebot der Stunde!"

Die detaillierten Ergebnisse des Kinderbetreuungsatlas 2008 finden Sie auf www.arbeiterkammer.com .

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