AK Präsident Tumpel: Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ist da

Kurzarbeit steigt an/Maßnahmen zur Konjunkturbelebung unabdingbar

Wien (OTS) - "Die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt, vor der wir gewarnt haben, ist da", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Im Oktober waren 19.448 Menschen mehr arbeitslos als noch im September. Auch wenn dieser Anstieg saisonbedingt ist, muss nun schnell etwas gegen den drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit getan werden. Insgesamt waren im vergangenen Monat 202.775 als arbeitslos registriert. Über 50.000 Menschen sind in Schulungen des Arbeitsmarktservice. Von Kurzarbeit sind schon jetzt weit über 5000 Menschen betroffen, Tendenz steigend. "Wichtig ist jetzt, dass die politisch Verantwortlichen rasch handeln und nicht wie in den Jahren 2001 bis 2003 einfach dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit zuschauen", sagt Tumpel. Wir brauchen jetzt ein umfangreiches Konjunkturstützungspaket, Anreize für Investitionen von Unternehmen, mehr Kaufkraft durch eine steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen und natürlich auch Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. "Diesmal muss rechtzeitig und massiv gegen eine Explosion der Arbeitslosigkeit gearbeitet werden. Dafür muss die nächste Regierung Geld zur Verfügung stellen, da darf auch ein Überschreiten der 3 Prozent-Budgetdefizit-Grenze kein Tabu sein", fordert Tumpel.
Für die nächsten Jahre ist eine massive Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation prognostiziert. Laut Finanzministerium könnte die Arbeitslosigkeit in den nächsten drei Jahren von knapp 200.000 auf über 300.000 steigen. Bereits im Jahr 2009 muss mit zumindest 20.000 mehr Arbeit Suchenden gerechnet werden - Betroffen werden davon nicht nur die älteren und schlecht qualifizierten ArbeitnehmerInnen sein. Es kann bald alle treffen. "Der Schutz der Arbeitsplätze hat jetzt oberste Priorität", erklärt Tumpel.
Die AK fordert daher ein umfangreiches Konjunkturbelebungspaket:
+ eine Kaufkraftstärkung durch eine steuerliche Entlastung der kleineren und mittleren Einkommen
+ steuerliche Investitionsanreize für die Unternehmen
+ eine Erhöhung der öffentlichen Nachfrage etwa durch Sanierung von Schulen und Universitäten und dem Vorziehen von Infrastrukturinvestitionen sowie Investitionen in die Wärmedämmung + eine Verstärkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik durch den Ausbau der Fachkräfteausbildung durch das AMS, durch eine Umsetzung des Sozialpartnerpaktes für ältere ArbeitnehmerInnen und eine Anhebung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld zur Erhöhung der Kaufkraft von Arbeit Suchenden.

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