- 30.10.2008, 19:51:06
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Treichl braucht Tirols Budget" (Von FRANK STAUD)
Ausgabe vom 31. Oktober 2008
Innsbruck (OTS) - Dass die weltweite Finanzkrise die heimischen
Banken nicht verschonen würde, lag auf der Hand. Da halfen auch all
die Beruhigungspillen von Politik und Bankern nichts. Österreich ist
natürlich keine Insel der Seligen. Jetzt trifft es erstmals
rotweißrote Star-Banker, die sich bisher öffentlich feiern ließen.
Andreas Treichl galt immer als gewiefter Taktiker und
Meisterstratege. Sein Expansionsdrang mit der von ihm geführten Erste
Bank schien keine Grenzen zu kennen. Egal ob Tschechien, Rumänien
oder auch Innsbruck, als er die Tiroler Sparkasse schluckte. Treichl
kaufte, was das Zeug hielt.
Dafür wurde er fürstlich entlohnt. 2007 cashte er als
bestverdienender Banker der Republik 1,2 Millionen Euro Fixgage und
zusätzlich einen Bonus in Höhe von 2,82 Millionen Euro, also 4,4 Mio.
Euro ab.
Gestern trat er vor die Steuerzahler, um die Republik um die schlappe
Summe von 2,7 Milliarden Euro Direkthilfe zu bitten. Das sind um 100
Millionen Euro mehr, als das neue Tiroler Landesbudget, das 2,6 Mrd.
Euro umfasst. Nur um sich das Ausmaß dieser staatlichen Hilfeleistung
vorstellen zu können.
Sollte sie schlagend werden, bekommt Österreich acht Prozent an der
Erste Bank. Wenn alles gutgeht, wird der Kredit in fünf Jahren
zurückbezahlt. Die Frage ist nur, ob sich die Banken erholen. Denn
auch die Volksbanken, Hypo Alpe Adria und Hypo Tirol prüfen schon die
Staatshilfe.
Bleibt zu hoffen, dass die Steuerzahler, die das alles finanzieren,
nicht selbst auf der Strecke bleiben. Denn viele haben ebenfalls
nicht ohne Risiko auf Fremdwährungskredite und Aktienfonds als
Tilgungsträger gesetzt. Es wäre für den Finanzminister schwer
argumentierbar, warum Flops der Topbanker, etwa in Island,
ausgeglichen werden, kleine Häuslbauer jedoch Hab und Gut verlieren.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610
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