- 30.10.2008, 14:17:11
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Buchinger: Sozialministerium steht seit 90 Jahren für Hilfe und Unterstützung
Festakt 90 Jahre Sozialministerium - Bekenntnis zu Sozialstaat
Wien (SK) - "90 Jahre Sozialministerium" - das wurde heute,
Donnerstag, mit einem Festakt in Anwesenheit namhafter Vertreter aus
Politik, Sozialpartnerschaft sowie sozialen und religiösen
Interessensvertretungen gefeiert. Sozialminister Erwin Buchinger
unterstrich in seinen Begrüßungsworten, dass das Sozialministerium
seit 90 Jahren für "Hilfe und Unterstützung für jene Menschen, die
auf Solidarität angewiesen sind" stehe. Bundespräsident Heinz Fischer
unterstrich in seiner Festrede, dass Sozialpolitik "Humanität,
Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und Weitblick erfordert" - das
Sozialministerium sei diesen Prinzipien und Werten immer gerecht
geworden, so der Bundespräsident, der sich bei den anwesenden, auch
ehemaligen SozialministerInnen und allen MitarbeiterInnen des Hauses
herzlich bedankte und weiterhin alles Gute wünschte. ****
Gerade angesichts der Auswirkungen der gegenwärtigen
Finanzmarktkrise "gewinnt das Bekenntnis zu einem starken,
schützenden Sozialstaat an Bedeutung", erklärte Buchinger, der darauf
verwies, dass die scheidende Bundesregierung in den vergangenen rund
zwei Jahren viele soziale Verbesserungen erreicht habe. Es werde auch
zukünftig von entscheidender Bedeutung sein, der Sicherung des
Sozialschutzes breiten Raum zu geben, zeigte sich der Sozialminister
in seiner Rede überzeugt, bei der er nahezu alle seine noch lebenden
AmtsvorgängerInnen begrüßen konnte. Unterstrichen wurde von Buchinger
auch die historischen Verdienste und die wesentliche Rolle des
prägenden Mitgestalters der österreichischen Sozialpolitik Ferdinand
Hanusch, der 1918 erster Sozialminister war.
Sozialpolitik habe stets dafür gesorgt, dass "alle Menschen auf dem
Weg zum Wohlstand mitgenommen werden und niemand zurückbleibt", so
Buchinger mit Verweis auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche
Dynamik, die Sozialpolitik entfaltet. "Arbeiten wir auch weiterhin an
einem sozialen und gerechten Österreich. Denn die Menschen erwarten
das. Und wir können das hier in unserem Haus seit 90 Jahren und auch
in Zukunft", bekräftigte Buchinger.
Fischer - Soziale Stabilität für politische Stabilität nötig
Der Bundespräsident betonte, dass er die Einladung zum Festakt
gerne angenommen habe, weil die Wichtigkeit der Sozialpolitik und der
sozialen Gerechtigkeit gar nicht genug betont werden könne. Die
Geschichte der Zweiten Republik sei auch eine Geschichte des sozialen
Aufstiegs, woran das Sozialministerium wesentlichen Anteil habe.
Freilich gebe es in der Sozialpolitik noch große Herausforderungen,
so Fischer mit Verweis auf Schieflagen in der
Verteilungsgerechtigkeit. So werde der Unterschied zwischen den
obersten und untersten sozialen Gruppen jedenfalls "nicht kleiner".
Dass sich die "Spitzengehälter steiler entwickelt haben als die
Durchschnittslöhne irritiert unter dem Gesichtspunkt der sozialen
Gerechtigkeit", aber auch unter staatspolitischen Gesichtspunkten.
Schließlich sei klar, dass politische Stabilität immer auch soziale
Stabilität zur Voraussetzung habe, hielt der Bundespräsident fest.
Tálos - "Umbau statt Abbau" des Sozialstaates
Der Politikwissenschafter Emmerich Tálos widmete sich zuvor in seinem
lebendigen Festvortrag den "Kontinuitäten und dem Wandel in der
Sozialpolitik". Tálos zeigte sich überzeugt, dass die aktuellen
Problemlagen die Notwendigkeit des Sozialstaates klar zeigen. Als
Herausforderung ortete Tálos den Ausgleich zwischen den Geschlechtern
und den Generationen. Gleichzeitig brauche es auch einen "Umbau statt
Abbau" des Sozialstaates, so Tálos' Appell. Er erachte die
Verstärkung der Grundsicherung als Gebot der Stunde, damit der
Sozialstaat seine Schutzfunktion auch in einem veränderten Umfeld
gewährleisten kann, so Tálos mit Verweis auf die am Widerstand
Kärntens gescheiterte Einführung der von Sozialminister Erwin
Buchinger geplanten bedarfsorientierten Mindestsicherung. (Schluss)
mb
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