Finanzkrise darf Mittel für Klimaschutz nicht verringern

Kirchliche Umweltbeauftragte trafen im Bundeskanzleramt mit dem Klimaschutzbeauftragten Andreas Wabl zusammen

Wien, 29.10.08 (KAP) Ihre Sorge, dass die Finanzkrise die Mittel für Klimaschutz verringern könnte, haben die Umweltbeauftragten der katholischen und der evangelischen Kirche bei einem Treffen mit dem Klimaschutzbeauftragten von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Andreas Wabl, geäußert. Die Finanz- und Wirtschaftskrise müsse im Gegenteil zum Anlass genommen werden, das Klimaproblem ernsthaft anzugehen. Gerade jetzt seien nachhaltige Konjunkturprogramme ein "Gebot der Stunde", hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Aussendung über die Zusammenkunft, die tags zuvor im Bundeskanzleramt stattgefunden hatte. Notwendig seien Investitionen zur thermischen Gebäudesanierung, zur Förderung nachhaltig nutzbarer Energiequellen und in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Auch die krisengeschüttelte Auto-Industrie müsse in ihren Umwelt-Segmenten gestärkt werden, betonten die Umweltbeauftragten und Wabl unisono:
"So kann die Finanzkrise noch zur großen Chance für den Klimaschutz werden!"

Der Klimawandel werfe nicht nur ökologische Probleme auf und schüre die Kluft zwischen den Generationen, sondern er sei "auch eine Frage der Gerechtigkeit". Die "Ärmsten der Armen" seien weltweit die ersten Opfer des Klimawandels. Hungersnöte und erzwungene Flucht seien vielfach zu beklagen. Aber nicht nur im "Süden", auch in den Industriestaaten litten die sozial Schwächsten am stärksten an den Folgen des Klimawandels, heißt es weiter. Durch höhere Energiekosten würden Heizen und Mobilität unerschwinglich, die Städte würden im Sommer noch heißer, Abhilfe in Form von Klimaanlagen oder Sommerfrische sei für viele Menschen unerschwinglich.

Die kirchlichen Umweltbeauftragten sehen in der Verantwortung für die Schöpfung eine "Kernaufgabe aller Christen". Sie betonten, dass der Klimaschutz auch in der kirchlichen Verkündigung und Praxis eine noch größere Rolle spielen müsse. Einige Projekte in Diözesen und Gemeinden wie zum Beispiel die Aktion "Autofasten" oder der Einsatz erneuerbarer Energie in kirchlichen Einrichtungen hätten sich bewährt. Weitere Schritte sollen die Umstellung auf energieeffiziente Autos (z.B. Elektroautos) sowie die Installation von Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Gebäuden sein, so die kirchlichen Umweltbeauftragten. (ende)
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