Metall-KV: 3.000 BetriebsrätInnen für faire Lohn/Gehaltserhöhungen

Nächster Verhandlungstermin 5. November

Wien (GMTN/GPA-DJP/ÖGB) - Die ins Stocken geratenen Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 170.000 Beschäftigten in der Metallindustrie und im Bergbau riefen heute, 29. Oktober, rund 3.000 BetriebsrätInnen aus ganz Österreich auf den Plan. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Veranstaltungszentrum in St. Pölten war der Unmut über die bisherigen Angebote der Unternehmer deutlich spürbar.++++

"Wir wollen uns unser Leben auch leisten können", "was am Tisch liegt, reicht nicht" und "Wir werden uns so nicht behandeln lassen", ärgerten sich die versammelten BetriebsrätInnen stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Erich Foglar, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), skizzierten den bisherigen Verhandlungsverlauf. Nach den ersten drei Verhandlungsrunden hätte es seitens der Arbeitgeber kaum Bewegung gegeben. "Die Finanzkrise soll mit niedrigen Lohn- und Gehaltserhöhungen offenbar auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden", sagt Proyer. "Wenn viele Firmen weiterhin in der Lage sind, hohe Dividenden auszuschütten, dann muss man auch den MitarbeiterInnen ihren Anteil am Erfolg zugestehen." Auch Foglar kritisiert die bisherige Verhandlungsweise: "Die angebotene Lohnerhöhung von 3,6 Prozent deckt gerade die Inflation und berücksichtigt praktisch nicht das Wirtschaftswachstum 2008 von 2 Prozent."

Kein Verständnis für Vorgangsweise

Die versammelten BetriebsrätInnen beschlossen eine Resolution, in der sie vom Verhandlungsteam der Arbeitgeber am 5. November einen Abschluss fordern, der die hohe Inflation abdeckt und den ArbeitnehmerInnen einen gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum zugesteht - und zwar beides nachhaltig. "Wir erkennen an, dass die weltweite Finanzkrise auch im Metallbereich zu Problemen führt und dass Unsicherheit besteht, was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft. Die österreichischen Gewerkschaften haben immer verantwortungsbewusst gehandelt. Wir verschließen keineswegs die Augen vor der Realität", sagt Foglar. BetriebsrätInnen und Gewerkschaften haben aber, so die Resolution "kein Verständnis dafür, dass die Bewältigung möglicher Krisen auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen erfolgen soll."

ÖGB, 29. Oktober 2008 Nr. 616

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