Grünewald: Hahn soll Unis finanziell so ausstatten, dass sie ihren Auftrag erfüllen können

Grüne: Mehr Zeit für Forschung und Lehre würde Studierendenbetreuung verbessern

Wien (OTS) - "Statt ständig Katastrophenszenarien herauf zu beschwören, sollte Bundesminister Hahn endlich Mehrheitsbeschlüsse des Parlamentes vollziehen und die Universitäten so ausstatten, dass sie ihren Auftrag auch erfüllen können", so der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. Entschließungsanträge zur Aufstockung von HochschullehrerInnen fanden im Parlament bereits eine Mehrheit, die derzeitige Regierung selbst hatte bereits 2007 eine Verdoppelung des Universitätsbudgets beschlossen.

"Engstellen in der Ausbildung von MedizinstudentInnen sind ein lange bekanntes Problem. Neue Studienpläne mit besserer Betreuung und mehr praktischer Unterricht in Kleingruppen sind zwar ein Forschritt, benötigen aber ein besseres quantitatives Lehrenden/Studierenden-Verhältnis. Dies überschreitet jedoch oft die personellen und budgetären Möglichkeiten der Medizinuniversitäten", analysiert Grünewald die derzeitige Debatte um Studienplatzbeschränkungen.

"Der Entfall der Studiengebühren und die Aufweichung von Zulassungsbeschränkungen wurden politisch so verknüpft, dass ersteres ohne letzteres nicht hätte durchgesetzt werden können", so Grünewald und weiter: "Vergessen wird, dass vorerst mit 2011 jedwede Zulassungsbeschränkung hätte fallen sollen und man sich erst nach längeren Verhandlungen auf eine Plafonierung der Erstinskriptionen -wenn auch auf höherem Niveau als heute - in den Fächern Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Psychologie einigen konnte".

"In vielen Staaten wird der Unterricht am Krankenbett überwiegend in regionalen, zertifizierten Lehrkrankenhäusern abgehalten. Diese Praxis ist in Österreich noch relativ unterentwickelt und ausbaufähig. Wenn gerade im Wiener AKH zu 100 Prozent Universitätspersonal den Betrieb aufrecht erhält, wäre es wohl legitim, dass Gemeindespitäler sich im Gegenzug mehr in der praktischen Lehre einbrächten", meint Grünewald. Wenn BundesärztInnen nicht bis zu 90 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit in der PatientInnenversorgung verbringen müssten, bliebe mehr Zeit für Forschung und Lehre, was sich positiv auf die Studierendenbetreuung auswirken würde.
"Die Situation an den Universitäten würde sich spürbar verbessern, wenn die Regierung die Beschlüsse, die im Parlament gefasst worden sind, zügig umsetzen würde", schließt Grünewald.

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