Winterausrüstungspflicht: Umstecken ist besser als abwarten

Nur 56 Prozent halten die gesetzliche Regelung für sehr sinnvoll. Zwei Drittel der Autofahrer satteln zwischen Anfang Oktober und Mitte November auf Winterreifen um.

Wien (OTS) - Vom 1. November bis zum 15. April gilt die
"situative" Winterausrüstungspflicht für Pkw. Bei Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis müssen an allen Rädern Winterreifen (M+S, M.S. oder M & S) angebracht sein. Weist die Fahrbahn etwa aufgrund der Niederschläge lediglich Nässe auf, ohne dass das zur Bildung einer Schneelage, Schneematsch oder Eis führt, besteht die Winterreifenpflicht somit nicht. Wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist, können alternativ auf Sommerreifen auch Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern angebracht werden -was aus fahrtechnischer Sicht eher kritisch zu betrachten ist. "Wir sind froh, dass sich der Gesetzgeber dieses Themas angenommen hat, aber Eindeutigkeit ist nicht unbedingt eine Stärke dieser Regelung", kritisiert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Wir haben immer für eine klare und einfache Regelung plädiert, die den Autofahrern keine meteorologische Hellsichtigkeit abverlangt. Nässe kann im Winter auch schnell zu Eis werden!"

So richtig einleuchtend finden auch österreichische Pkw-Lenker die Winterausrüstungspflicht nicht. Das KfV hat vor kurzem 860 Autobesitzer dazu befragt. Rund 19 Prozent der Befragten hatten schon in der ersten Oktoberhälfte auf Winterreifen umgesattelt, mehr als ein Viertel (27 %) in der zweiten Oktoberhälfte und weitere 20 Prozent planen dies in der ersten Novemberhälfte. Jeder siebente Befragte wollte damit warten, bis der erste Schnee fällt. Dass es mittlerweile eine gesetzliche Regelung gibt, wussten drei Viertel der Interviewten, doch wie diese lautet, konnte nur die Hälfte davon richtig beantworten. 56 Prozent aller befragten Autofahrer hielten die Winterausrüstungspflicht in ihrer momentanen Form für "sehr sinnvoll", 29 Prozent für "eher sinnvoll", 11 Prozent für "weniger sinnvoll" und vier Prozent für "überhaupt nicht sinnvoll". Die Befragung ergab außerdem, dass mehr als zwei Drittel der Autofahrer im Winter keine Schneeketten im Auto dabei haben.

"Das Kuratorium für Verkehrssicherheit empfiehlt allen Autofahrern, mit dem Umstecken nicht bis zu den ersten als winterlich interpretierbaren Wetterumständen zu warten, sondern unabhängig davon sofort auf Winterreifen umzustecken", sagt Thann. "Damit ist man rechtlich richtig unterwegs und bewahrt zusätzlich sich selbst und andere vor brenzligen Situationen."

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