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Burgenland: Neues Shoah-Denkmal in Lockenhaus

Eisenstadt, 28.10.08 (KAP) In Lockenhaus wird am kommenden Samstag, 1. November, nach dem Allerheiligenkonzert um 18 Uhr das von Barbara Horvath gestaltete neue "Denkmal für die Lockenhausener Opfer der Shoah" feierlich enthüllt. Der Künstlerin geht es darum, etwas "...Verschwundenes, Fehlendes, Unsichtbares sichtbar zu machen". Barbara Horvath: "Eine kleine Gedenktafel allein wäre zu wenig gewesen, wäre der Bedeutung der Thematik nicht gerecht geworden". Die Herausforderung war, mit "einfachen Mitteln und Materialien aus der Region" ein Kunstwerk zu schaffen mit "klarer Symbolik und unmittelbar verständlichem Ausdruck". "Ich wollte ein Erinnerungszeichen setzen, das nicht in erster Linie vor den Kopf stößt, sondern zum Nachdenken einlädt: So erinnern die drei Tafeln auch an die Gesetzestafeln des Mose mit den Zehn Geboten, leicht geneigt wie Karteikarten. Es ist offenbar irgendwann etwas gekippt, und - es fehlt etwas...", sagte die Künstlerin. Es gehe um ein modernes Kunstwerk im öffentlichen Raum, "das man gerne betrachtet, das einen anspricht und berührt". Dank und Hochachtung gebühre der Marktgemeinde Lockenhaus für dieses "wichtige, landesweit vorbildliche Zeichen des Gedenkens".

Die Recherchen vor Entwurfsbeginn hätten gezeigt, dass auch nach 70 Jahren viele historische Tatsachen bezüglich jüdischen Lebens in Lockenhaus verborgen und verschwunden sind. Diesen Umgang mit der gemeindeeigenen Vergangenheit versuchte Barbara Horvath symbolisch umzusetzen.

Das Denkmal besteht aus einem stählernen Sockel und drei Tafeln aus Rechnitzer Grünschiefer. Die Tafeln dienen nicht nur als Träger des Textes, sondern weisen auch diverse Ausnehmungen auf. Es entsteht ein Wechsel aus Verdecken und Freilegen. Je nach Körpergröße und jeweiligem Blickwinkel muss der Betrachter ein paar Schritte vor-oder zurückgehen, um alle Elemente des Textes wahrnehmen und verstehen zu können. (ende)
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