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Teures Ernte-"Tank"-Fest!

Lückenhafte Treibstoffversorgung der OMV lässt Dieselpreis für Landwirte und Frächter stark ansteigen. Ausweg: Biodiesel aus Österreich und Ausbau von E85-Tankstellen.

Wien (OTS) - Des einen Freud des anderen Leid. Besser könnte man die derzeitige Situation am heimischen Dieseltreibstoffmarkt wohl nicht beschreiben. Während sich die Autofahrer über fallende Spritpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen, müssen Landwirte und Frächter für Diesel beträchtlich mehr zahlen als zuletzt. Grund dafür ist eine Verknappung der Liefermengen von Dieselprodukten für Großabnehmer.

Wie jedes Jahr steigt im Herbst aufgrund des Umstiegs auf Winterdiesel und der Herbstarbeiten in der Landwirtschaft die Nachfrage nach Diesel. Nichts Neues für die österreichischen Mineralölfirmen. Dennoch: Die derzeitige lückenhafte Versorgung macht deutlich, dass die heimische Dieselproduktion bei höherer Nachfrage schnell an ihre Grenzen stößt. Daher sucht derzeit die OMV -Österreichs größter Dieselproduzent - den "Weg des geringsten Widerstandes". Anstatt die Endverbraucher an den Zapfsäulen mit höheren Dieselpreisen zu verärgern, scheint es angenehmer, einer "kleineren" Klientel - sprich den Bauern - höhere Spritpreise umzuhängen. Die billigere Zeche an den Tankstellen zahlt daher offensichtlich die Landwirtschaft.

Für Dr. Heinz Kopetz, Vorstandsvorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes, bergen die neuesten Entwicklungen am heimischen Treibstoffmarkt viel Zündstoff. "Egal welche Preispolitik von der Mineralölindustrie momentan betrieben wird, um ihre Gewinnspannen zu erreichen - wieder einmal wird deutlich, dass Dieselprodukte auch in Zukunft eine große Rolle am Treibstoffmarkt spielen werden. Generell steigt die Nachfrage nach Treibstoffen weltweit an. Doch die meisten Staaten müssen ihren Treibstoffbedarf durch Importe aus wenigen, meist krisengeschüttelten Regionen importieren. Auch Österreich importiert über 90 Prozent seiner Mineralölprodukte. Der einzige Weg, sich von Öl-Importen unabhängiger zu machen, ist daher die konsequente Beimischung von Biotreibstoffen aus heimischer Produktion", erklärt Dr. Kopetz.

Österreich hat EU-Biotreibstoff-Beimischziel für 2010 bereits erreicht!

Alle verkauften Treibstoffe in Österreich beinhalten momentan 5,75 Prozent Biotreibstoffe. Das entspricht genau dem Ziel, das die EU allen Staaten bis 2010 vorgegeben hat. Österreich erreicht daher die EU-Vorgabe bereits zwei Jahre früher und vermindert damit die österreichischen CO2-Emissionen um weitere 1,2 Millionen Tonnen. Im Regierungs-programm wird bis 2010 sogar eine 10 Prozent-Beimischung von Biotreibstoffen zu herkömmlichen Treibstoff angestrebt.
Wie sich jetzt herausstellt, ist dieser Weg richtig. Würde es derzeit keine Beimischung geben, müsste die heimische Mineralölindustrie verstärkt Öl importieren, um die Nachfrage zu decken, oder aber die Reservelager öffnen. Eine Lösung, die nur von kurzer Dauer sein kann. Die Öllager der österreichischen Erdöllagergesellschaft (ELG) decken gerade einmal den Treibstoffbedarf für 90 Tage.

Biomasse-Verband fordert Einhaltung der Beimischung und Ausbau von E85-Tankstellen.

Daher fordert der Österreichische Biomasse-Verband die Bundesregierung und die Mineralölkonzerne auf, an der Beimischung von Biotreibstoffen festzuhalten und gleichzeitig den weiteren Ausbau von Biotreibstoff-Tankstellen - etwa von Treibstoff E85-tauglichen Tankstellen - zu forcieren. "In einem 5-Punkte-Aktionsprogramm der Bundesregierung wird der Ausbau von bis zu 200 E85-Tankstellen bis 2010 angestrebt. E85 ist ein Treibstoff aus 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent Superbenzin. Nur geringe Umbauarbeiten am Fahrzeug sind notwendig, um mit diesem Treibstoff ein konventionelles Fahrzeug betreiben zu können. Momentan gibt es österreichweit erst sieben Tankstellen. Ein rascher Ausbau des Tankstellen-Netzes für E85 ist daher dringend erforderlich, um den Treibstoff flächendeckend anbieten zu können", schliesst Dr. Heinz Kopetz.

Rückfragen & Kontakt:

DI Alexander Karner
Österreichischer Biomasse-Verband
Franz Josefs-Kai 13
A-1010 Wien
Tel: +43-1-533 07 97-20
Fax: +43-1-533 07 97-90
E-Mail: karner@biomasseverband.at
Web: www.biomasseverband.at

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