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Wiener Gesundheitsdienst: Tuberkulosefall in einem Hort entdeckt

Wien (OTS) - Im Zuge einer Umgebungsuntersuchung ist in einem Hort in der Herzgasse im 10. Bezirk eine Tuberkuloseerkrankung bei einer Assistentin in einem sehr frühen Stadium entdeckt worden. Diese Umgebungsuntersuchungen sind durchgeführt worden, weil im Frühjahr 2008 im selben Hort eine Betreuerin an TBC erkrankt ist. Die Assistentin befindet sich bereits in ärztlicher Betreuung und ist seit Beginn der abklärenden Untersuchungen Ende September nicht mehr im Hort tätig. Mitte Oktober lag der MA 15 die Bestätigung eines Bakteriennachweises mit Tuberkulose erstmalig vor. Gestern, Montag, wurde gemeinsam mit der Hortleitung ein Eltern-Informationsabend durchgeführt.

Die nun erforderliche Umgebungsuntersuchung wird bei rund 100 Kindern in Kooperation mit der Ambulanz der Kinderinfektionsabteilung des Wilhelminenspitals durchgeführt. Die ersten Untersuchungen sind bereits erfolgt. Mit den ersten Befunden wird im Laufe der nächsten Woche gerechnet.

Der Ablauf einer Umgebungsuntersuchung erfolgt nach festgelegten internationaler Standards und ist abgestimmt auf den spezifischen Krankheitsverlauf der Tuberkulose, so Dr.in Ursula Karnthaler, Leiterin des Fachbereichs Infektionsvorsorge in der MA 15. Aufgrund der langsamen Vermehrung der Tuberkulosebakterien dauert es im Durchschnitt sechs Wochen bis eine Ansteckung festgestellt werden kann, manchmal sogar bis zu zwölf Wochen. Deshalb wird in der Regel die Umgebungsuntersuchung zwei Mal im Abstand von ca. drei Monaten durchgeführt.

"Tuberkulose zählt zu den sich langsam entwickelnden Krankheiten", so Karnthaler. Der Nachweis einer möglichen Ansteckung kann im Durchschnitt nach sechs Wochen erfolgen. Trotz einer Ansteckung muss man aber nicht an Tuberkulose erkranken, und es kann Wochen bis Monate dauern, bis sich die ersten Symptome zeigen. Selbst ein sehr enger Kontakt zu einer an Tuberkulose erkrankten Person führt nicht immer zu einer Ansteckung. "Und von den angesteckten Personen wird nur maximal jede bzw. jeder Zehnte im Laufe des Lebens tatsächlich erkranken", erklärt Karnthaler.

Die Tuberkulose ist durch mehrmonatige Antibiotikagabe gut behandelbar. Eine Kombination von mindestens drei verschiedenen Medikamente muss eingenommen werden. Ziel der Behandlung ist die Vernichtung der Tuberkulosebakterien, dann wird die Krankheit ausheilen. Bei folgenden Symptomen sollte im Rahmen einer Untersuchung eine Lungentuberkulose ausgeschlossen werden: Husten, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß.

Erkrankungen an Tuberkulose müssen der Gesundheitsbehörde gemeldet werden. So können Infektionsquellen und Personen, die durch Ansteckung selbst erkrankt sein können, durch Umgebungsuntersuchungen entdeckt und behandelt werden.

Was ist Tuberkulose und wie wird sie verbreitet?

In Österreich ist die Tuberkulose eine seltene Krankheit geworden. Im Vorjahr erkrankten 183 Personen an offener Tuberkulose in Wien. Die Tuberkulose ist durch spezielle Antibiotika gut behandelbar.

Je enger der Kontakt zur erkrankten Person war, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken. Bei einem nur geringen Kontakt in geschlossenen Räumen ist die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung gering. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Nur etwa fünf Prozent der Angesteckten erkranken im Lauf ihres Lebens. (Schluss) sr

Rückfragen & Kontakt:

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Susanne Rother
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitsdienst der Stadt Wien
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 01 4000-85240
Mobil: 0676 8118 85240
Fax: 4000-99-87613
E-Mail: publicrelations@ma15.wien.gv.at
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