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Plassnik: "Parlament darf keine frauenarme Zone sein"

Außenministerin zu Internationalität, Demokratie und Frauen anlässlich der konstituierenden Sitzung des Nationalrats

Wien (OTS) - "Als jemand, dem Österreichs Position in Europa und
in der Weltgemeinschaft besonders am Herzen liegt, wünsche ich mir ein Parlament, das internationale Fragen mit der gebührenden Aufmerksamkeit bearbeitet", unterstrich Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich der heutigen konstituierenden Sitzung des Nationalrats. "Selbstprovinzialisierung ist kein Zukunftsrezept für Österreich. Heimatverbundenheit und Weltoffenheit dürfen nicht zu gedanklichen Gegensätzen werden. Hier kommt der neugewählten Volksvertretung eine hohe Verantwortung zu."

Plassnik weiter: "Es geht auch gerade in der vor uns liegenden Zeit darum, das Ansehen und den Wert der repräsentativen Demokratie wieder zu stärken und in einer breiten Öffentlichkeit verstärkt bewusst zu machen. Die österreichische Volksvertretung ist der beste Ort, um in sachlicher - durchaus auch kontroverser - Argumentation nach den jeweils besten Lösungen für Österreich zu suchen."

"Frauen müssen als Mitgestalterinnen und Mitentscheiderinnen mit ihren spezifischen Erfahrungen und Fähigkeiten auf allen Ebenen in die Politik einbezogen werden", betonte die Ministerin. "Ein Frauenanteil von 27,3 Prozent im Nationalrat entspricht schlicht nicht der Lebensrealität unseres Landes im Jahr 2008. Es ist unmöglich, über die Zukunft zu sprechen, ohne die Stimmen der Frauen zu hören und ihre Probleme und Anliegen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit zu behandeln. Frauen sollten heute die eigenen, aber auch die Interessen der Gesellschaft selbst vertreten und nicht mehr auf die Vertretung durch Männer angewiesen sein", so Plassnik weiter.

"Das Wahlrecht öffnete österreichischen Frauen 1919 eine wichtige Türe. Neunzig Jahre später klafft bei der Präsenz der Frauen im Parlament eine leider wieder größer werdende Lücke", kritisierte Plassnik den Umstand, dass im neuen Nationalrat weniger Frauen vertreten sind als im vorigen. "Das ist definitiv kein Signal der Anerkennung dessen, was Frauen in unserer Gesellschaft schon leisten und leisten können. Ermutigung schaut anders aus. Mit Ausnahme der Grünen hat keine andere im Parlament vertretene Partei in diesem Punkt Grund zur Zufriedenheit."

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