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AI Airports International: Neues Board of Directors beschließt komplette Loslösung von Meinl Bank Gruppe

Jersey (OTS) - Managementvertrag mit Meinl Airport Managers (MAM) mit sofortiger Wirkung beendet - Mutmaßlich schwere Verletzung der Sorgfaltspflicht auf Seiten von MAM - Keine Abschlagszahlungen an Meinl Bank - Schadenersatz- und Rückzahlungsansprüche werden geltend gemacht

Das am 28. Juli 2008 von unabhängigen AI-Zertifikateinhabern neu gewählte Board of Directors hat die nunmehr letzten Schritte zur Trennung von der Meinl Bank Gruppe gesetzt. Die Zusammenarbeit mit der externen Managementgesellschaft, der hundertprozentigen Meinl Bank-Tochter Meinl Airport Managers Ltd. (MAM) wurde aufgrund mutmaßlicher schwerer Verletzungen vertraglicher Sorgfaltspflichten fristlos aufgekündigt. Damit ist nach Beendigung der "Market Maker"-Vereinbarung sowie des Licence Agreements das dritte für das operative Geschäft relevante Vertragswerk mit der Meinl Bank Gruppe seitens AI Airports International aufgelöst. Wie vom neuen Board nach dessen Wahl durch die Hauptversammlung versprochen, wurde die komplette Loslösung von der Meinl Bank Gruppe somit umgesetzt und der Abfluss von Barmitteln aufgrund der Zahlung überdurchschnittlicher Management- und anderer Gebühren gestoppt. Die Beendigung des Vertrags basiert auf drei Argumenten: So macht das AI Board geltend, dass das Management Agreement unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zustande gekommen ist; dass die Verletzung von vertraglichen Bestimmungen eine sofortige Beendigung rechtfertigt; und dass sich eine automatische Vertragsauflösung dadurch ergibt, dass MAM fortgesetzt Geschäfte in einer steuerlich inakzeptablen Jurisdiktion (fiscally unacceptable jurisdiction) durchführt. Seitens AI werden weder an MAM noch an die Meinl Bank Abschlagszahlungen geleistet. Aufgrund von Vertragsbruch werden hingegen Schadenersatz- und/oder Rückforderungsansprüche erhoben.

"In den vergangenen Wochen haben von uns beauftragte unabhängige juristische und Controlling-Experten eine signifikante Zahl offensichtlicher Verstöße gegen die kaufmännische Sorgfalt und gegen zeitgemäße Corporate Governance-Standards identifiziert", erläutert Wolfgang Vilsmeier, Chairman des Board of Directors von AI Airports International. Die Untersuchungen wurden auf Basis der von MAM übermittelten unvollständigen Unterlagen geführt, was aber dennoch ein für das Board erschütterndes Bild von der Unternehmensführung ergab. "Es ist unglaublich, wie offenbar leichtfertig mit dem Vermögen der AI-Zertifikateure seitens MAM bzw. des vorigen Board of Directors umgegangen wurde. Andererseits wurde systematisch ein millionenschwerer Cash Drain aus dem Fonds heraus in Richtung Meinl Bank aufgebaut und konsequent am Leben erhalten. Diese Ergebnisse sind schlimmer als befürchtet", erklärt Vilsmeier.

So hat das vom neuen AI Board beauftragte Prüferteam eine seiner Ansicht nach nicht adäquate Buchhaltung vorgefunden. Es wurde nie ein standardisiertes Reportingsystem installiert, die Dokumentation der Geschäftsvorgänge erfolgte nur lückenhaft. Die Beendigung des Management Agreements mit Meinl Airport Managers sei daher der logische Schritt, um weiteren Schaden für die Zertifikateinhaber zu vermeiden, so Vilsmeier weiter. AI hat MAM über folgende Sachverhalte ordnungsgemäß in Kenntnis gesetzt:

1. Widerruf des Management Agreements aufgrund von fahrlässiger oder betrügerischer Darstellung falscher Tatsachen, welche die vormalige MAI zum Abschluss des Management Agreements veranlasste. 2. Sofortige Vertragsbeendigung aufgrund Vertragsbruchs. 3. Sofortige Vertragsbeendigung, da MAM fortgesetzt Geschäfte in einer steuerlich inakzeptablen Jurisdiktion ausübt.

Zusätzlich lastet das AI Board of Directors der Meinl Bank-Tochter MAM die Vernachlässigung ihrer Pflichten in mindestens drei Themenkomplexen an:

1. Die Verfolgung einer ungeeigneten Investmentstrategie ohne professionelle Vorbereitung von Investitionsentscheidungen. 2. Fortgesetzte Abwälzung von MAM zu tragender Kosten auf AI Airports International. 3. Überschreitungen von Vollmachten und Kompetenzen durch das MAM- Management. Die Verfolgung einer ungeeigneten Investmentstrategie und keine

professionelle Vorbereitung von Investitionsentscheidungen

Die vom früheren AI Board getätigten Investments wurden keiner angemessenen Due Diligence unterzogen. Beispielsweise wurde bei einer Investition die rechtliche Due Diligence erst nach Vertragsunterzeichnung durchgeführt.

Die Businesspläne bzw. Entwicklungspläne für alle Airport-Investments basierten auf optimistischen Ansätzen über deutliche Zunahmen zukünftiger Passagierzahlen. Auch die beiden Beratungsgesellschaften ACV-MS (Anteil: 51%) und A-DM (49%) wurden zu Kaufpreisen akquiriert, die - das ergaben die vom Board durchgeführten Untersuchungen - nicht anhand von Best Practice-Methoden festgesetzt wurden.

Fortgesetzte Abwälzung bestimmter Kosten von MAM an AI Airports International

Trotz der Verrechnung hoher Managementgebühren an die AI Airports International kaufte sich die Meinl Bank-Tochter MAM externe Beratungsleistungen zu, um so an die fehlende Expertise zu gelangen, und verrechnete in vielen Fällen diese zusätzlichen Kosten an die AI.

Umfangreiche Schadenersatz- und Rückforderungsansprüche

Vilsmeier kündigte zusätzlich an, dass aufgrund der verschiedenen angeführten Vertragsverletzungen umfangreiche Schadenersatz- und Rückforderungsansprüche gegen die Meinl Airport Managers Limited und andere Personen/Gesellschaften vorbereitet werden. Darin wird auch die Rückzahlung der bis dato bezahlten Managementgebühr gefordert. Weiters wird der Umstand geltend gemacht, dass die dafür von der Meinl Bank eingehobene Gebühr für die Platzierung der Zertifikate im Rahmen des IPOs sowie die "Nachbetreuung" ein Vielfaches des Marktüblichen betragen hat. So lag die Platzierunsgebühr, welche für die Emission von Zertifikaten gezahlt wurde, mehr als das Doppelte über dem Marktüblichen. Laut Vilsmeier handelt es sich bei den Rückforderungsansprüchen um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Nominierung eines neuen Managers für die AI

Das neue AI Board wird in Kürze eine Bereitstellung der erforderlichen Managementkapazitäten sicherstellen.

Umfassende Neubewertung des bestehenden Investment-Portfolios

AI Board of Directors lässt von unabhängigen Experten eine umfassende Neubewertung aller bestehenden Investments durchführen -Kein Vertrauen in die vom früheren Management verantworteten Entscheidungsprozesse

Einer der ersten Schritte des neu gewählten Board of Directors war die Veranlassung einer detaillierten Überprüfung aller vom früheren Board bzw. vom externen Manager Meinl Airport Managers (MAM) getätigten Investmententscheidungen sowie eine umfassenden Bewertung der strategischen Optionen für alle Flughafenbeteiligungen im Portfolio. Hierfür wurde ein internationales Due Diligence Team -bestehend aus Wirtschaftsprüfern, Juristen, Luftfahrtexperten sowie Goldman Sachs - engagiert.

Das Board kam zu dem Schluss, dass AI bei bestimmten Investments nicht der strategisch optimale Eigentümer ist und dass es daher besser wäre, bestimmte Beteiligungen an Dritte zu veräußern. Dies betrifft nach Meinung des AI Boards beispielsweise den Flughafen Ulan Ude. "Wir sind nach detaillierter Überprüfung, auch der Verhältnisse vor Ort, zu der Erkenntnis gelangt, dass dieser Flughafen nur von einem lokalen Eigentümer effizient geführt werden kann. Ein in Jersey domizilierter Fonds könnte nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand und beachtlichem Risiko einen Flughafen in einer abgelegenen Region in Sibirien managen." so Board-Vorsitzender Wolfgang Vilsmeier.

Ähnlich wie im Fall Ulan Ude, handelt es sich auch bei den beiden anderen Flughäfen im AI Investmentportfolio - also Parma Airport (AI Beteiligung 67%) und Bydgoszcz Airport (49%) um typische "Entwicklungsinvestments". Diese Investments können ihren Eigentümern einen signifikanten Shareholder Value bringen, allerdings kam das Board zu dem Schluss, dass in allen Fällen ein sehr aktives Management durch einen erfahrenen Flughafeninvestor nötig wäre. Vilsmeier: "Wir sind überzeugt, dass alle drei Investments ein beträchtliches Entwicklungspotenzial aufweisen, glauben aber auch, dass diese besser bei Investoren aufgehoben wären, die einen strategischen und langfristigen Ansatz verfolgen und auch über die Managementkapazität verfügen, um deren volles Potenzial auszuschöpfen."

Unabhängig von dieser Portfoliobewertung wird das AI Board auch die Möglichkeiten der optimalen weiteren Verwendung der Barmittel des Fonds in Höhe von rund Euro 350 Mio. per Ende September 2008 von AI ausloten.

Nach Vorliegen endgültiger Ergebnisse aus der Portfolioanalyse wird das AI Board entsprechende Entscheidungen zur Zukunft von AI Airports International treffen. Vilsmeier: "Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich nichts aus. Mögliche nächste Schritte können von einer langfristigen Weiterentwicklung einzelner Flughäfen über einen Verkauf einzelner Assets oder des gesamten Portfolios reichen. Auch werden wir prüfen, ob ein Zertifikate-Rückkaufprogramm Sinn macht. Ein solches Rückkaufprogramm benötigt natürlich die Zustimmung durch eine HV. Wir werden sorgfältig alle potenziellen Optionen dahingehend prüfen, inwieweit sie für die Zertifikateinhaber wertschöpfend sind", sagte Vilsmeier. Da dieser Evaluierungsprozess erst vor kurzem gestartet wurde, gibt es noch keinen definitiven Zeitplan für eine endgültige Entscheidung über das AI Portfolio. Das Board rechnet allerdings damit, dass bis Ende des Jahres diesbezüglich ein beträchtlicher Fortschritt erreicht werden kann.

Dieser Pressetext ist eine Übersetzung des englischen Originaltextes. Im Zweifel gilt der englische, auf airportsinternational.eu veröffentlichte Originaltext.

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