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Greenpeace-Kritik am Konjunkturpaket

Mehr Jobs durch Wärmedämmung als durch Straßenbau

Wien (OTS) - Massive Kritik übt die Umweltorganisation Greenpeace am Inhalt des Konjunkturpakets, das heute vom Nationalrat abgesegnet werden soll. Insgesamt will man ja eine Milliarde Euro pro Jahr zur Ankurbelung der Wirtschaft zur Verfügung stellen, das Ganze allerdings mit äußerst beschränktem Nutzen für Arbeitsmarkt und Klima.

Nur bescheidene hundert Millionen Euro jährlich wurden für Energieeffizienz-Maßnahmen reserviert. Dagegen wird man gleich mehrere hundert Millionen Euro ausgeben, um unterschiedliche Autobahn-Projekte vorzeitig in Angriff zu nehmen. Eine Investition von einer Million Euro in Wärmedämmungsmaßnahmen würde allerdings 21 Arbeitsplätze - und damit fast doppelt so viele wie im Straßenbau -schaffen.

Investitionen in die Wärmedämmung bringen aber nicht nur neue Jobs, sondern sie verringern auch die Abhängigkeit von Energieimporten. Und davon profitieren dann vor allem diejenigen, die es am Dringendsten benötigen: Menschen mit geringem Einkommen, die in alten und nicht bzw. kaum renovierten Häusern leben.

Nach Greenpeace-Berechnungen - basierend auf Zahlen des WIFO -würde eine Verdoppelung der Sanierungsrate von derzeit 1,5 Prozent auf drei Prozent eine jährliche Investition von sechshundert Millionen Euro bedeuten, dafür jedoch eine Heizkosten-Entlastung von 160 Millionen Euro pro Jahr bringen. "Außerdem würde eine solche Wärmedämmungsoffensive rund 12.000 Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft schaffen und denjenigen im Schnitt fünfhundert Euro Heizkosten pro Jahr ersparen, die das auch tatsächlich brauchen", rechnet Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof vor.

Überaus kritisch sieht Greenpeace zudem die Ankündigung der Bundesregierung, auf EU-Ebene ein intensives Lobbying für Gratis-CO2-Zertifikate für energieintensive Betriebe zu starten. "Die Minister Faymann und Pröll haben sich leider von der Industrie mit dem Arbeitsplatz-Argument erpressen lassen", sagt Westerhof. "Statt sich für Gratis-Verschmutzungsrechte einzusetzen, sollten sich die Beiden besser für Importzölle auf Stahl aus China stark machen. Nur damit kann unsere Industrie vor unfairer Konkurrenz geschützt werden, ohne den Klimaschutz zu unterwandern", weiß Westerhof.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126701

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