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Hundstorfer fordert verpflichtende Einkommensstatistiken in den Unternehmen

In Österreich Einkommensunterschiede Frauen-Männer besonders groß - viel zu wenig Betreuungsplätze für unter Zweijährige

Wien (ÖGB) - "Was die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern betrifft, ist Österreich eines der Negativbeispiele in der EU. Diese Ungerechtigkeit muss ganz klar beendet werden", fordert ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer heute, Dienstag bei einer Podiumsdiskussion des Wirtschaftsministeriums zum Thema "Chancengleichheit in der Arbeitswelt". Der ÖGB verlangt verpflichtend zu führende Einkommensstatistiken über die Einkommensverteilung innerhalb der Unternehmen. Um die Chancen der Frauen im Arbeitsleben zu erhöhen, seien vor allem Maßnahmen für berufstätige Mütter notwendig sowie Anreize für Väter, sich verstärkt an der Kindererziehung zu beteiligen.++++

In der EU zählt Österreich zu einem der Spitzenreiter der Länder mit besonders großen Einkommensunterschieden zwischen den Geschlechtern. Eine wirksame Maßnahme ist mehr Transparenz innerhalb der Betriebe, darüber was Frauen und was Männer tatsächlich verdienen. Der ÖGB fordert, dass Betriebe verpflichtet werden, eine Statistik über Männer- und Fraueneinkommen zu führen und das jährliche Ergebnis den MitarbeiterInnen bekannt zu geben. Seit Jahrzehnten besteht der Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" - aber Gesetze und Kollektivverträge helfen wenig, wenn nicht transparent ist, wieviel tatsächlich bezahlt wird. "Gerade in Österreich ist das jeweilige Einkommen ein großes Tabu - Transparenz ist hier ein wichtiger Schritt", so Hundstorfer.

Kaum Kinderbetreuung für unter Zweijährige

Frauen bleiben in Österreich nach der Geburt eines Kindes im Regelfall daheim - aufgrund von mangelnder Möglichkeiten der Kinderbetreuung, zum Teil auch länger als gewollt und häufig beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt teilzeitbeschäftigt und mit geringen Karrierechancen. Bessere Angebote zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung erhöhen die Chancen der Frauen auf einen erfolgreichen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt.

Kinderbetreuungsplätze für unter Zweijährige sind in Österreich kaum vorhanden - mit 11,8 Prozent im Jahr 2007 liegen wir nach wie vor weit hinter dem EU-Ziel von Barcelona, das vorsieht, dass bis zum Jahr 2010 für 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren Kinderbetreuung bereitgestellt werden muss. "Diese Zahl von 11,8 Prozent wird aber nur aufgrund der hohen Betreuungsquote in Wien erreicht, die Zahlen in den Bundesländern sind dramatisch niedriger", erläutert Rudolf Hundstorfer.

ÖGB-Erfolg: Mehrarbeitszuschläge für Teilzeitbeschäftigte

Diskriminierungen von Frauen sind vielfältig - angefangen vom geringen Frauenanteil bei den Führungskräften, dem geringeren Einkommen bis hin zu den gegenüber Männern geringeren Frauenpensionen. Bei der Teilzeitbeschäftigung ist es dem ÖGB gelungen, die Einführung von Mehrarbeitszuschlägen für Teilzeitbeschäftigt durchzusetzen. "So konnten wir verhindern, dass viele Teilzeitarbeitskräfte als billige Arbeitszeitpuffer missbraucht werden", so Hundstorfer. Diese gesetzliche Neuerung kommt vor allem Frauen aufgrund ihrer hohen Teilzeitbeschäftigungsquote zu Gute.(fk)

ÖGB, 28. Oktober 2008 Nr. 612

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