"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Spitals-Poker ohne Gewinner" (Von PETER NINDLER)

Ausgabe vom 27. Oktober 2008

Innsbruck (OTS) - Regierung und Stadt haben sich in Spitalsfrage mehr als abgearbeitet.

Land Tirol und die Stadt Kitzbühel haben sich in den vergangenen zwei Jahren schon zu sehr und zu heftig am Spital in der Gamsstadt abgearbeitet. Und nach wie vor stehen beide im Operationssaal. Es ist die längste und wohl auch schwierigste Operation in der Tiroler Gesundheitsgeschichte: Weil es auch um Emotionen und Traditionen geht, nicht nur um wirtschaftliche Fragen.

Mit einem Abgang von 3,3 Mio. Euro 2007 und der Nähe zu St. Johann ist das Kitzbüheler Spital medizinisch und wirtschaftlich nicht mehr zu rechtfertigen. Aber gerade in der räumlichen Nähe der beiden Krankenhäuser liegt eine große Chance. Schließlich kostet das Ende von Kitz, das mit 31. Dezember 2009 eigentlich besiegelt ist, auch Geld - viel Geld sogar. Von bis zu 30 Millionen Euro ist die Rede. Intelligente und innovative Lösungen sind deshalb gefragt, keine Notoperationen oder Reißbrettvarianten.

Dass beide Häuser als gemeinsame Einheit möglicherweise Sinn machen, wird stets als zu kostspielig abgelehnt. Dass die Kitzbüheler Unfallchirurgie vor allem im Winter jene Unfallbetten bereitstellen könnte, die in St. Johann erst mit einigen Millionen errichtet werden müssen, lässt man ebenfalls nicht gelten. Andererseits hat sich Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler in den vergangenen Monaten trotzig einzementiert. Auch er muss sich bewegen, schließlich kann er nicht ohne Ende Steuergeld in das Stadtspital pumpen.

Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg wollte Kitzbühel rasch lösen. Es ist wirklich Zeit dafür. Allerdings hat es den Anschein, dass das Spiel von Neuem beginnt. Bisher gab es in diesem Gesundheits-Poker aber nur Verlierer, was Landesregierung und Stadt Kitzbühel nachdenklich stimmen sollte.

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