Austro Control-Belegschaft protestiert gegen geplante Umstrukturierungen in Dienstplänen

Betriebsversammlung für kommenden Montag angesetzt - Betriebsrat hegt Zweifel an Kompetenz der derzeitigen Geschäftsführung

Wien (vida/ÖGB) - Die Wiener Belegschaftsvertreter der Austro Control haben für kommenden Montag, den 27. Oktober 2008, ab 14 Uhr eine Betriebsversammlung angesetzt, mit starken Einschränkungen im Luftverkehr sei zu rechnen. "Dabei werden wir die Belegschaft über die vom Management geplanten Umstrukturierungen im Dienstplanschema informieren", erklärte Austro Control Betriebsratsvorsitzender Norbert Payr am Sonntag. Die Belegschaft protestiere damit gegen die geplanten Personalkürzungen während der Nachtschichten und die damit drohenden weiteren Kapazitätseinschränkungen in der Zeit von 23.30 bis 5.30 Uhr. "Momentan ist praktisch die gesamte Belegschaft mit dem Leistungs- und Qualitätsniveau unseres Unternehmens sehr unzufrieden. Es gibt zu wenig Personal und zu viele Überstunden", kritisiert Payr, "Trotzdem ist es oft nicht möglich, kurzfristige Personalausfälle abzudecken."++++

"Wir haben als Lösung in Eigeninitiative ein Rufbereitschaftsmodell angeboten, auf das wir vom Management keinerlei Feedback erhalten haben", erklärt Payr weiter. Die Austro Control-Geschäftsführung habe es in den letzten Jahren geschafft, "aus einem der besten Flugsicherungsunternehmen der Welt" (davon zeugten Preise und Prämierungen aus den 90er Jahren) ein "technologisch rückständiges Unternehmen" zu machen, so Payr, das von den erforderlichen Kapazitätsbedürfnissen seiner Kunden, den Airlines, "noch immer völlig überrollt wird".

"Die Geschäftsführung reagiert mit weiterer Destabilisierung des Unternehmens und planloser Umstrukturierung, was die Sache nur weiter verschlimmert und das Personal verunsichert", sagt der Betriebsrat. "Den Managern sollte eigentlich klar sein, dass man einen Kapazitätsengpass nicht reduzieren kann, indem man die Kapazität weiter zurückregelt", fügte Payr, Vorsitzender des Ausschusses Flugsicherung in der Gewerkschaft vida, hinzu. "Was unser Unternehmen mit seinen Beschäftigten stattdessen braucht, sind an erster Stelle die Beständigkeit, Qualität und Verlässlichkeit unseres äußerst sicherheitsrelevanten Service - unter der derzeitigen Geschäftsleitung erachte ich diese Faktoren als nicht mehr gewährleistet", unterstreicht der Betriebsrat.

In den kommenden Tagen soll laut Payr im Verkehrsministerium die Entscheidung über eine neue Austro Control-Geschäftsleitung fallen, weil die Verträge Ende des Jahres auslaufen - auch die beiden derzeitigen Geschäftsführer seien noch im Rennen. "Verkehrsminister Werner Faymann ist sicher bewusst, dass die Austro Control für ihre erfolgreiche Weiterentwicklung an der Spitze starke Persönlichkeiten mit umfassendem branchenspezifischen Wissen und dem Blick für das Wesentliche, nämlich die Flugsicherungsaufgaben, benötigt", sagt der Betriebsrat und fügt hinzu: "Ob diese Perspektiven mit den derzeit handelnden Personen ausreichend gegeben sind, daran hege ich angesichts der aktuellen Entwicklung im Unternehmen großen Zweifel".

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida / Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: (01) 546 41/111
Mobil: 0664/61 45 733
Internet: www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001