Glawischnig: Nationalfeiertag 2008 steht im Zeichen des Gedenkjahres

Grüne fordern Parlamentarier auf, FP-Graf nicht zum Dritten Nationalratspräsidenten zu wählen

Wien (OTS) - "Der Nationalfeiertag 2008 steht im Zeichen des besonderen Gedenkens an den Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland und der Novemberpogrome vor 70 Jahren. Zwei Tage vor der konstituierenden Sitzung des Nationalrates ist dieser Tag eine gute Gelegenheit für die Abgeordneten, sich an den Grundkonsens der Zweiten Republik zu erinnern: Nie wieder Nationalsozialismus", erklärte die Klubobfrau der Grünen Eva Glawischnig. "Die Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und auch BZÖ sollten den Nationalfeiertag, an dem an die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit Österreichs erinnert wird, zum Anlass nehmen, um von einer Wahl des FPÖ-Kandidaten Martin Graf zum Dritten Nationalratspräsidenten abzurücken. Dieser bekennt sich bekanntlich zum ´Lebensbund´ mit seiner Burschenschaft Olympia", so Glawischnig.

"Die Olympia hat ein problematisches Verhältnis zu Österreich und zum Nationalsozialismus. Der Nationalfeiertag sollte die Abgeordneten des Nationalrates ermahnen Verantwortung vor der Geschichte zu zeigen. Die fehlende Bereitschaft des FP-Kandidaten die Olympia zu verlassen zeigt, wie ungeeignet er ist, in eines der höchsten Staatsämter gewählt zu werden. Die damit demonstrierte Verweigerung einer eindeutigen politischen Distanzierung von der nationalsozialistischen Vergangenheit, macht ihn als Präsident des österreichischen Nationalrates untragbar", sagte Glawischnig.

Die "Olympia" wurde 1961 unter anderem deshalb aufgelöst, weil gegen Vereinsmitglieder wegen des Verdachtes nationalsozialistischer Wiederbetätigung gerichtliche Untersuchungen geführt wurden. 1971 wurde die Burschenschaft neu gegründet und meldete sich 1991 beim ´Burschentag´ in Eisenach mit folgendem Antrag zu Wort: ´Die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Angehörige von fremden Völkern bedroht die biologische und kulturelle Substanz des deutschen Volkes.´ Im Jahr 2003 gastierte der rechtsextreme Liedermacher Michael Müller bei einem "Nationalen Liederabend" bei der Olympia. Müllers Repertoire umfasst unter anderem ein Lied mit den Zeilen:
"Mit 6 Millionen Juden fängt der Spaß erst an, bis 6 Millionen Juden da bleibt der Ofen an."

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