"trend": Bei Swarovski wird auch Kernproduktion ausgelagert

Im Tiroler Stammwerk Wattens wackeln tausende Arbeitsplätze

Wien (OTS) - Nach dem Abbau von Leiharbeitskräften und natürlichen Abgängen drohen bei Swarovski im Stammwerk Wattens weitere Massenkündigungen, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe. Nun ist offenbar nicht einmal mehr die Produktion der Kristalle selbst, also das Herzstück des Werks, tabu. Unternehmenssprecherin Bernadette Larcher versucht zu beschwichtigen: "Dass die gesamte Produktion abwandert, können wir komplett dementieren." Bei näherer Nachfrage relativiert sie diese Aussage allerdings: "Wir produzieren schon länger außerhalb von Wattens, bis jetzt hat das allerdings nur die weiterverarbeitende Produktion betroffen." Solche weiterverarbeitenden Werke unterhält Swarovski derzeit in Thailand, Tschechien, Litauen, Jordanien sowie Triesen in Liechtenstein. Larcher: "Neu ist, dass wir jetzt auch prüfen, die Kristallproduktion als solche auszulagern, zumindest Teile davon. Der Prozess soll bis Beginn 2010 abgeschlossen sein." In Wattens arbeiten derzeit noch 6000 Mitarbeiter - davon 4000 in der eigentlichen Kernproduktion, zu der auch Tätigkeiten wie das Veredeln, Aufdampfen und Aussuchen der Kristalle gezählt werden. Die übrigen 2000 sind mit der Weiterverarbeitung der fertigen Kristalle beschäftigt. Zentralbetriebsratsobmann Hansjörg Gartlacher bestätigt gegenüber "trend", dass es bei der Veredelung der Kristalle und bei Teilen der Weiterverarbeitung Auslagerungen geben könnte: "Aber das Schleifen bleibt da." Die Schleiferei mit knapp 1000 Mitarbeitern zählt ebenfalls zur Kernproduktion.
Für das Bundesland Tirol wäre ein derartiger Massenexodus an Arbeitsplätzen eine Katastrophe, weshalb zur Zeit zwischen Firma und Landesregierung über Auffanglösungen, etwa in Form einer Arbeitsstiftung, verhandelt wird.
Auslöser für die drastischen Abbaupläne bei Swarovski ist vor allem das aggressive Auftreten des ägyptischen Hauptkonkurrenten Asfour Crystal.

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