Neues Volksblatt: "Geheim?" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 24. Oktober 2008

Linz (OTS) - Ich spreche gegen mein eigenes Handwerk: Aber es ist
in bestimmen Situationen sinnvoll, hinter verschlossenen Türen zu verhandeln und erst Ergebnisse öffentlich zu machen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit sind kein Freibrief für Mauscheleien oder Packeleien. Denn nach Abschluss der Gespräche hat die Öffentlichkeit sehr wohl ein Recht in allen Details zu erfahren, was heraus gekommen ist. Und dafür sollen und müssen wir Journalisten sorgen. Gemeint ist, dass Verhandlungen wie jene zur möglichen Bildung einer Koalition in Ruhe und ohne medialen Druck erfolgen sollen. Unausgereiftes soll offen diskutiert werden, aber nicht öffentlich. Auch ist es unfair und kontraproduktiv, dem Verhandlungspartner Dinge über mediale Andeutungen auszurichten. Ebenso ist es unklug, sich bei laufenden Verhandlungen durch öffentliche Erklärungen vorzeitig festzulegen, nur weil man vielleicht dem Reiz von Kamera oder Mikrophon nicht widerstehen kann. Solche voreiligen Festlegungen haben unweigerlich zur Folge, dass man nicht mehr zurück kann, ohne sein Gesicht zu verlieren. Und auch das erschwert die Verhandlungen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001