Kaske: "Weitere Öffnung des Tourismus-Arbeitsmarkts wäre ein Arbeitskräfteverdrängungsprogramm"

Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen in der Branche vorrangig

Wien (OTS) - "In diesen Zeiten den Tourismus-Arbeitsmarkt weiter
zu öffnen, das wäre ein Arbeitskräfteverdrängungsprogramm", erteilt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske der Forderung der WKO-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft nach einer völligen Öffnung des Arbeitsmarkts ab 2009 eine Absage. Kaske: "Das löst die Probleme der Branche nicht, sondern schafft nur neue. Wir haben genug ArbeitnehmerInnen, die im Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet wurden und werden - dringend nötig wäre aber die Verbesserung der Arbeits-und Einkommensbedingungen in der Branche."***

"Die Übergangsfristen müssten auf jeden Fall bis 2011 beibehalten werden", meint Kaske. Wichtiger wäre, dafür zu sorgen, dass alle in-und ausländischen ArbeitnehmerInnen, die bereits am heimischen Arbeitsmarkt tätig sind, auch künftig einen Arbeitsplatz hätten. Qualifizierung sowie bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen seien nötig, damit die Branche konkurrenzfähig bleibe. "Qualifizierte ArbeitnehmerInnen im Tourismus sind oft schlechter bezahlt als ungelernte in anderen Branchen. Darüber sollten wir reden und nicht über neue und billige Arbeitskräfte", meint Kaske.

Der Arbeitsmarkt im Tourismus ist bereits weit geöffnet, knapp ein Drittel aller derzeit Beschäftigten wurde aus dem Ausland angeworben. Mit der so genannten Fachkräfteverordnung haben die Sozialpartner den österreichischen Arbeitsmarkt für Beschäftigte aus den neuen EU-Staaten weiter geöffnet. Zusätzlich gibt es Saisonnier-Kontingente und Praktikanten-Abkommen.

Zwar ist die Zahl der Beschäftigten 2007 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, an der entscheidenden Zahl, den Beschäftigungstagen pro Person, hat sich aber nichts verbessert. ArbeitnehmerInnen im Hotel-und Gastgewerbe sind pro Jahr im Durchschnitt nur 205 Tage beschäftigt. Das bedeutet pro MitarbeiterIn eine Beschäftigung von knapp unter sieben Monaten. Jede/r zweite Beschäftigte verdient pro Monat weniger als 1.449 Euro brutto. "Kein Wunder, dass die Branche für viele Beschäftigte als wenig attraktiv gilt. Hier muss die Wirtschaft ansetzen und gemeinsam mit uns für Verbesserungen sorgen", fordert Kaske abschließend.

ÖGB, 23. Oktober 2008 Nr. 602

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