Frau in der Wirtschaft: Koppelung der Zuverdienstgrenze an Betriebsentnahme und nicht an den Gewinn

Fürntrath-Moretti: OGH verkennt die schwierige Situation der Unternehmerinnen

Wien (PWK796) - "Die derzeitige Regelung zur Zuverdienstgrenze ist für Unternehmerinnen keineswegs ein Vorteil, sondern definitiv ein Nachteil" so Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. "Unternehmerinnen können ihre Zahlungseingänge nicht steuern, im Gegenteil: Selbstständige sind mit ungleich höheren Unsicherheitsfaktoren konfrontiert als unselbständig Beschäftigte. Kleinstunternehmerinnen, die großteils Einnahmen und Ausgabenrechnerinnen sind, können nicht beeinflussen, wann Kunden ihre Rechnungen bezahlen. Dies ist ein enormer Risikofaktor", so die Bundesvorsitzende.

Als Beispiel nennt Fürntrath-Moretti Zahlungen an Kleinstunternehmerinnen, die etwa mit einem halben Jahr Verspätung einlangen und die für eine Kleinunternehmerin fatale Folgen haben. Denn befindet sich die Unternehmerin in Karenz überschreitet sie die Zuverdienstgrenze unverschuldet, wenn ein Kunde statt 2008 erst 2009 bezahlt.

Sie sieht in der derzeitigen Regelung zur Zuverdiensgrenze eine massive Benachteilung für Unternehmerinnen. "Wir fordern bei selbstständigen Erwerbstätigen eine Koppelung der Zuverdienstgrenze an die Betriebsentnahme und nicht an den Gewinn. Bezieht eine Unternehmerin Kindergeld und hat gleichzeitig einen Gewinn oberhalb der Zuverdienstgrenze, so wird sie gezwungen ihre Arbeitszeit zu reduzieren, was ja eine Gefahr für den Betrieb und die Arbeitsplätze mit sich bringen kann. Das ist widersinnig und kontraproduktiv" betont Fürntrath-Moretti. Zudem werden Betriebseinnahmen, die nicht für private Zwecke entnommen werden, im Betrieb reinvestiert und nicht auf die "hohe Kante" gelegt, so die FiW-Bundesvorsitzende. (us)

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