Scheiber will von der Politik ein "Privatbahn-Paket" geschnürt wissen

Ziel der Forderungen des neuen Obmann im Fachverband der Schienenbahnen: "Absicherung und Stärkung der Privatbahnen in Österreich"

Wien (PWK794) - Thomas Scheiber, der neue Obmann des Fachverbandes der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), legt für die Koalitionsverhandlungen ein "Privatbahn-Paket" zur Absicherung und Stärkung der österreichischen Privatbahnen vor. "Denn die österreichischen Privatbahnen tragen im wesentlichen Ausmaß zur Umsetzung wichtiger verkehrspolitischer Zielsetzungen bei", so Scheiber. Um deren Funktion in der österreichischen Verkehrswirtschaft weiterhin, nicht zu¬letzt unter Wettbewerbsbedingungen, erbringen zu können, müsse die zuständige und verantwortliche Politik ein "Privatbahn-Paket" schnüren, das aus Sicht der Branche folgende Maßnahmen umfassen soll:

  • Privatbahninfrastruktur: Aufstockung der finanziellen Mittel des Bundes auf 50 Millionen Euro pro Jahr mit Wertsiche¬rung
  • Aufstockung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen (Ökobonus, Verlagerungsbonus, Kom¬biverkehr) auf 76 Millionen Euro pro Jahr, ebenfalls mit Wertsicherung
  • Verankerung des Anspruches auf Förderbeiträge des Bundes im Privatbahngesetz
  • Staatsgarantie für Kredite (EUROFIMA), welche Privatbahnen für die Beschaffung von rollendem Material aufnehmen, in Höhe von 300 Millionen Euro

Der neue oberste Branchenvertreter der Privatbahnen in Österreich hebt wichtige Eckdaten zur Bedeutung der Privatbahnen hervor: "Sie erbringen mittlerweile 15 Prozent des transportierten Gütervolumens auf der Schiene, Tendenz steigend. Sie bewältigen 12 Prozent des schienengebundenen Personenverkehrs mit ebenfalls weiter stark steigender Tendenz."

Sie tragen mit einer großen Anzahl von Gleisanschließern, nämlich rund 160 Anschluss¬bahnen, flächendeckend zur Sicherung und Weiterentwicklung von zahlreichen Wirtschaftsstandorten bei. Die Anschlussbahnen sind ihrerseits mit den Privat¬bahnen das Rückgrat des konventionellen Schienengüterverkehrs.

Weiters betreiben die Privatbahnen rund 10 Prozent - das sind knapp 600 Kilometer - der österreichischen Schie¬neninfrastruktur:
"Dieser Anteil wird durch die geplanten Regionalisierungsmaßnahmen des ÖBB-Konzerns beträchtlich zunehmen", ist Scheiber überzeugt. Und:
"Die Privatbahnen sind ein unabdingbarer Faktor für die schrittweise Umsetzung der Liberalisierung und des Wettbewerbs im Eisen¬bahnsektor." Sie gewährleisten die Mobilität innerhalb des ländlichen Raumes sowie zwischen entlegenen Regionen und den Ballungsräumen. "Dazu kommt die Entlastung der bereits jetzt in vielen Regionen überlasteten und weder kurz- noch langfristig erweiterbaren Straßeninfrastruktur", so der neue Branchensprecher. Darüber hinaus leisten sie einen wichti¬gen Beitrag zu dem für nachfolgende Generationen unverzichtbaren Klima¬schutz und damit auch zur Reduktion der CO2-Emissionen.

Scheiber appelliert an die Politik, im Zuge der Koalitionsverhandlungen das Privatbahnpaket aktiv zu unterstützen und damit den Weiterbestand dieses wichtigen Verkehrssektors für die Zukunft nachhaltig abzusichern und zu stärken. (JR)

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Fachverband der Schienenbahnen
Mag. Robert Woppel
Tel.: 05 90 900 - 3165

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