GPA-djp-Frauen: Teilzeit darf kein alleiniges Frauenprogramm sein - Papamonat als Appetizer

Bewusstseinsbildung und gesetzliche Anreize sollen Männer zu mehr Familienarbeit bewegen

Wien (GPA-djp) - Um einer Gleichstellung der Geschlechter näher zu kommen, müssen sich Männer in Zukunft verstärkt der Arbeit für Haushalt und Familie widmen. Daher ist es wünschenswert, dass Männer künftig auch verstärkt Teilzeitarbeit in Anspruch nehmen. Wir wollen Teilzeit nicht bekämpfen, sondern aufwerten und rechtlich absichern. Teilzeit soll kein reines Frauenprogramm bleiben", erklärt die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-gjp), Ilse Fetik anlässlich der heute in Wien stattfindenden Enquete "Papa, nimm dir Zeit für mich!".++++

Im Rahmen der Enquete diskutierten die GPA-djp-Frauen mit ExpertInnen und Betroffenen über Möglichkeiten und Chancen eines neuen Rollenverständnisses von Männern. Eine von IFES unter österreichischen Angestellten durchgeführte Befragung kommt zu dem Schluss, dass der Großteil der Betroffenen durchaus mit dieser Arbeitszeitform zufrieden ist, jedoch auch konkrete Benachteiligungen sieht.
Ziel der GPA-djp Frauen ist es, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer frei entscheiden können, ob sie Teilzeit oder Vollzeit arbeiten. Derzeit sieht es allerdings so aus, dass viele Frauen Teilzeit arbeiten müssen, weil es zu wenige Vollzeitarbeitsplätze gibt und sie keine passenden Kinderbetreuungsplätze finden können.

Rahmenbedingungen, die eine bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie ermöglichen, sind notwendig, um Erwerbsunterbrechungen möglichst kurz und damit verbundene Lohnunterschiede gering zu halten. Es müssen flächendeckend bedarfsorientierte und vor allem leistbare Kinderbetreuungseinrichtungen in entsprechender Qualität geschaffen werden um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten, so die Leiterin der GPA-djp-Bundesfrauenabteilung, Mag.a Kirstin Essenthier-Höchstätter.

Papamonat als wichtiger Schritt

"Zweifellos werden aber alle Bemühungen keine nachhaltigen Erfolge haben, solange sich das gesellschaftliche Bewusstsein hinsichtlich der Aufteilung von Erziehungs- und Familienarbeit nicht weiterentwickelt. Männer müssen verstärkt über die gesetzlichen Möglichkeiten wie Karenz, Elternteilzeit informiert werden. Wir sind außerdem davon überzeugt, dass gesetzliche ‚Appetizer’, wie z.B. die Einführung des Papamonats, notwendig sind, um Väter in den ersten Lebenswochen des Kindes in die Erziehung und Familienarbeit einzubinden. Beide Elternteile sollen sich auf diese Erziehungs- bzw. Familienarbeit einlassen, um eine gute emotionale Beziehung knüpfen zu können. Wir sind davon überzeugt, dass aufgrund einer solchen Regelung eine verstärkte Inanspruchnahme der Väterkarenz eintritt. Auch eine Steigerung der Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung ist dadurch zu erwarten", erklärt die Vorsitzende der GPA-djp-Frauen Wien, Elisabeth Kubicek.

ÖGB, 23. Oktober 2008 Nr. 598

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