Schönborn ruft zu Solidarität mit verfolgten Christen im Irak auf

Feiern zum 50-Jahr-Jubiläum des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich - Christen müssen gemeinsam Glaubenszeugnis geben und in der Welt ihre soziale Verantwortung wahrnehmen

Wien, 23.10.08 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat an die österreichischen Politik appelliert, Solidarität mit den verfolgten Christen im Irak zu üben und ihnen nach Möglichkeit zu helfen. Der Kardinal äußerte sich bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) am Mittwochabend in Wien. Wer verfolgt wird, habe ein Menschenrecht auf Asyl, und Verfolgten Asyl zu gewähren sei eine Menschenpflicht, so Schönborn. Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz erinnerte insbesondere an die dramatische Situation in der nordirakischen Metropole Mossul, wo tausende Christen vertrieben wurden, und an die Lage der vielen christlichen Flüchtlinge in Syrien und Jordanien, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

Die Jubiläumsfeier im Wiener Kardinal-König-Haus stand ganz im Zeichen der guten ökumenischen Situation in Österreich. Die Christen müssten gemeinsam Zeugnis für ihren Glauben geben und in der Welt ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, so der Tenor. Kardinal Schönborn verwies in diesem Zusammenhang auf das Ökumenische Sozialwort und auf die Zusammenarbeit der Kirchen beim Österreichischen Verfassungskonvent. Dies seien Zeichen gewesen, "die nicht zu übersehen sind".

Der Vorsitzende des ÖRKÖ, der lutherische Altbischof Herwig Sturm, konnte beim Festakt mit den Spitzenvertretern der christlichen Kirchen in Österreich auch Bundespräsident Heinz Fischer begrüßen. Fischer unterstrich das gute Verhältnis von Staat und Kirche in Österreich, das auf Kooperation und Dialog aufgebaut sei. Er erinnerte auch daran, dass demnächst das 60. Jahrestag der Proklamation der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begangen wird. Dieses Bekenntnis zu den Menschenrechten müsse immer auch mit konkreten Taten verbunden sein, so der Bundespräsident, der die Bedeutung der Kirchen dabei besonders hervorhob.

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker bekräftigte den festen Willen der Kirchen, auch weiterhin zusammenzuarbeiten; für die orthodoxen Kirchen dankte Metropolit Michael Staikos für das gute ökumenischen Klima in Österreich, das keine Selbstverständlichkeit sei. Staikos unterstrich zugleich die Verpflichtung der Kirchen, sich im neuen Europa gemeinsam für christliche Werte einzusetzen. Die Union dürfe nicht nur eine wirtschaftliche und politische Gemeinschaft sein. Sie brauche auch kulturelle, ethische und religiöse Grundlagen. (forts.)
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