AK Studie: Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (1) - Rendite kann rasch schmelzen

AK fordert Möglichkeit, den Aktienanteil zu reduzieren

Wien (OTS) - "Damit Konsumenten, die eine Zukunftsvorsorge abgeschlossen haben nicht durch die Finger schauen, müssen die Veranlagungsbestimmungen reformiert werden", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Die prämienbegüntigte Zukunftsvorsorge ist beliebt. Rund 1,2 Millionen Verträge wurden bereits von den ÖsterreicherInnen abgeschlossen, um finanziell vorzusorgen. Die Besonderheiten des Produkts: Ein Aktienanteil von mindestens 40 Prozent, die Garantie der Einzahlungen und eine zusätzliche staatliche Prämie. Die aktuelle Finanzkrise macht nun aber die Risiken deutlich. Denn mit dem Wert der Aktien der Wiener Börse schrumpfen auch die Renditen der untersuchten Vorsorgeprodukte. Außerdem drücken hohe Kosten auf den Veranlagungserfolg. Die AK fordert deshalb eine Reform der Anlagevorschriften, mit der Möglichkeit, den Aktienanteil gegen Ende der Laufzeit zu reduzieren. "Die aktuelle Situation zeigt, dass private Vorsorge immer nur ein Zusatz zur staatlichen Pension sein kann", sagt Glatz.

Die vom Staat unterstützte prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge wurde 2003 eingeführt. Die einbezahlten Prämien und der Leistungsbezug sind steuerfrei und die Einzahlungen werden staatlich gefördert. Es gibt eine Garantie des einbezahlten Kapitals und damit einen Anspruch auf das eingezahlte Kapital zuzüglich der staatlichen Prämien. Dafür gelten besondere Veranlagungskriterien: Mindestens 40 Prozent des angelegten Pämienvolumens müssen in Aktien veranlagt werden. Dabei gilt eine gesetzlich festgelegte Bindungsdauer von mindestens 10 Jahren.

"Die aktuelle Situation zeigt, dass sich Veranlagungserfolge rasch wieder in Luft auflösen können. Die Konsumenten müssen die Möglichkeit bekommen, gegen Ende der Laufzeit den Aktienanteil der Veranlagung zu reduzieren", sagt Glatz. Denn ob am Ende der Laufzeit für den Anleger ein Gewinn herausschaut oder die Kapitalgarantie zum Tra-gen kommen muss, hängt davon ab, wie die Börsenentwicklung der letzten Laufzeitjahre der Verträge aussieht: "Abgerechnet wird am Schluss", sagt Glatz.

Die Turbulenzen der letzten Wochen zeigen das Risiko des Produkts: Würden die Verträge heute ablaufen, wäre der Veranlagungsgewinn bei einigen Anbietern zur Gänze geschmolzen. "Es besteht zwar kein Grund zur Panik, denn das eingezahlte Kapital und die staatliche Prämie sind garantiert und bis die Mindestlaufzeit der ersten Verträge endet, dauert es noch fünf Jahre. Aber die aktuelle Situation zeigt auch, dass die gesetzliche Altersvorsorge immer noch das wichtigste Standbein der Altersvorsorge ist und die private Altersvorsorge nur als Ergänzung gesehen werden kann", so Glatz

Die aktuelle Studie der AK zeigt außerdem, dass Veranlagungserfolge durch hohe Kostenbelastungen getrübt wird. Diese können nach Modellberechnungen (Versicherungsprodukt, Laufzeit 10 Jahre) beispielsweise 20 Prozent des gesamten eingezahlten Kapitals betragen.

Die AK fordert daher eine flexiblere Gestaltung des gesetzlich vorgesehenen Mindestaktienanteils von 40 Prozent. Denn im Moment kann der mühsam gesparte Gewinn kurz vor dem Ablaufen des Vertrages durch fallende Börsenkurse aufgezehrt werden. Es sollte daher möglich sein, dass die Vorsorgesparer vor dem Vertragsende den Aktienanteil reduzieren und in sicherere Wertpapiere (zum Beispiel Anleihen) umschichten können.

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