Expertinnen jenseits von Rollenklischees

Druckschrift "Lebensbilder von Frauen in Forschung und Technologie" vorgestellt

Wien (OTS) - "Expertinnen sichtbar machen", das ist die
Zielsetzung der Druckschrift 'Lebensbilder von Frauen in Forschung und Technologie', die Staatssekretärin Christine Marek am Dienstag gemeinsam mit Prof. Erika Jensen-Jarolim von der Medizinischen Universität Wien und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth vorgestellt hat. "Zeitgemäße Wirtschaftspolitik kann auf hoch qualifizierte Frauen nicht verzichten" ist Marek überzeugt und appelliert an die Frauen und die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Gesellschaft dieses wertvolle Potenzial zu nutzen und sich der Herausforderung zu stellen. "Denn", so Marek weiter, "zur Erreichung des von der EU in Barcelona vereinbarten Ziels einer Forschungsquote von 3% des BIP bis 2010 wird Europa mehr Forscherinnen benötigen." Dies trifft insbesondere auf die industrielle Forschung und den Bereich Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Technik zu.

Innovationspotenzial von Frauen nutzen

Frauen, die sich für einen Beruf im Bereich Naturwissenschaft, Technik oder Technologie entschließen, sind auch im 21. Jahrhundert nach wie vor noch Pionierinnen. Sie begeben sich in Männerdomänen und durchbrechen Rollenklischees indem sie eine "frauenuntypische" Laufbahn einschlagen. Sie widersetzen sich gesellschaftlichen Erwartungshaltungen indem sie zeigen, dass Frauen auch in der Technik erfolgreich sind und sich in "männlichen" Berufen durchsetzen können. "Vor allem geht es darum das Innovationspotenzial von Frauen zu nützen. Gerade Diversität ist in Wissenschaft und Forschung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Immerhin sind Frauen auch in Zeiten des Fachkräftemangels - aber nicht nur dann - für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft eine unverzichtbare Ressource", führt Henrietta Egerth aus. Aus diesem Grund unterstützt die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Auftrag der Bundesministerien Chancengleichheit in der Forschung, etwa mittels Frauenförderungsprogrammen wie FEMtech und w-fForte. Diese Programme des BMVIT und des BMWA tragen durch Coachings, Mentorings, Frauenförderpläne für Unternehmen und spezifische Forschungsprogramme für Frauen dazu bei, Karrierehindernisse abzubauen. Aber auch in der FFG selbst wird in der Personalpolitik Wert und Augenmerk auf die Chancengleichheit von Frauen und Männern gelegt.

Sich in Männerwelten behaupten

Erika Jensen-Jarolim, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie an der Medizinischen Universität Wien, ist eine der Forscherinnen, die in der Druckschrift portraitiert wird. "Frauen haben eine überzogene Neigung zur Selbstkritik und tendieren dazu, kreative Beiträge für sich zu behalten. Dadurch entgeht der Gesellschaft verstecktes Potenzial", meint Erika Jensen-Jarolim. Sie hat ihre Karriere von Anfang an selber in die Hand genommen: Suchte sich einen Mentor zu einer Zeit, als diese Methode hierzulande weitgehend unbekannt war und lernte von ihm, dass es ebenso wichtig ist, gute Wissenschaft zu produzieren und wie man die Resultate auch professionell präsentiert. Diese Erkenntnisse gab sie selbst später ihren eigenen Mentees erfolgreich weiter, wurde in der Öffentlichkeit zusehends sichtbarer, was auch eine signifikant stärkere Einbindung in universitäre und außeruniversitäre Gremien zur Folge hat.

Von Maschinistinnen und Polarforscherinnen

Eine Druckschrift wie "Lebensbilder" sensibilisiert die Öffentlichkeit, aber auch die Wirtschaft für die Anliegen engagierter und kompetenter Wissenschafterinnen. 'Lebensbilder von Frauen in Forschung und Technologie' präsentiert Ingenieurinnen, die Maschinen reparieren, Chemikerinnen, die Forschungslabors leiten und Baumeisterinnen, die sich auf Baustellen behaupten. Eine Elefantenforscherin in Afrika ebenso wie eine Eisforscherin in der Antarktis. Das Beispiel dieser erfolgreichen und gut ausgebildeten Frauen zeigt, wie vielfältig das Berufsspektrum in Forschung und Technologie ist: Forschen ist keine einsame Labortätigkeit, die Männern in weißen Kitteln vorbehalten bleibt, sondern Forschen beinhaltet neben den wissenschaftlichen Aufgaben Kommunikation, Teamarbeit und Management. Es sind hoch qualifizierte Tätigkeiten, die ebenso kompetent von jungen Frauen mit Kindern ausgeführt werden können. Die Druckschrift zeigt 40 Forscherinnen, Erfinderinnen, Unternehmensgründerinnen, Selbstständige Ingenieurinnen und Managerinnen in Naturwissenschaft, Technik und Technologie, Jungforscherinnen ebenso wie Expertinnen in Führungspositionen. Diese Porträts machen aus hoch qualifizierten Wissenschafterinnen "Expertinnen zum Angreifen", sie gewähren Einblicke in deren Arbeitswelt und machen deren innovatives Potenzial sichtbar.

Die Porträts in der Druckschrift 'Lebensbilder' wurden vom Frauenförderungsprogramm w-fFORTE "Wirtschaftsimpulse von Frauen in Forschung und Technik" im Auftrag des BMWA editiert.

Bestellhinweis:
Die Broschüre kann unter www.w-fforte.at kostenlos bestellt werden.

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Linde Tuscher
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)
1090 Wien, Sensengasse 1
Tel.: +43 (0) 5 7755 - 6010
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