ÖGB-Finanzbericht 2007: Restrukturierung schneller umgesetzt als gehofft

Sanierungsmaßnahmen müssen aber weiter vehement umgesetzt werden

Wien (ÖGB) - Im Jahr 2007 wurde der im Jahr davor eingeleitete stringente Sanierungskurs weiter fortgeführt. Das erfreuliche Ergebnis: "Der ÖGB konnte das Ziel für 2009 bereits im Geschäftsjahr 2007 erreichen und mit den Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen das Auslangen finden", erklärte Mag. Clemens Schneider, Leitender Sekretär im ÖGB für Finanzen, nachdem der ÖGB-Bundesvorstand heute den Finanzbericht einstimmig angenommen hat. Erreicht werden konnte dies vor allem durch massive Sparmaßnahmen im operativen Bereich. Nicht gespart wurde hingegen bei den Serviceleistungen für Mitglieder.++++

Dem Jahresüberschuss 2007 von 110,22 Millionen Euro steht nach Abzug aller Einmal-Effekte ein operatives Ergebnis von rund 6,5 Millionen Euro gegenüber. Im Vergleich zu 2006 stellt dies eine operative Verbesserung von 27,09 Millionen Euro dar.

Die Einmaleffekte, die zu dem Jahresüberschuss führten, sind im Wesentlichen die Aufwertung der Österreichischen Gewerkschaftlichen BeteiligungsgesmbH. (rund 90,4 Millionen Euro) und die Einmal-Effekte im Zusammenhang mit der Überführung der Ansprüche der Anwartschaftsberechtigten in eine Pensionskasse oder in eine betriebliche Kollektivversicherung. Die Aufwertung der Österreichischen Gewerkschaftlichen BeteiligungsgesmbH. war durch den im Jahre 2007 erfolgreich abgeschlossenen BAWAG P.S.K. Verkauf möglich.

Das ausgewiesene Eigenkapital stieg von 2006 auf 2007 von 124,61 Millionen Euro auf 234,84 Millionen Euro. "Damit erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 31,27 Prozent auf stattliche 52,87 Prozent", zeigt sich Schneider erfreut. Die Bilanzsumme stieg im selben Vergleichszeitraum von 398,46 Millionen Euro auf 444,17 Millionen Euro; Löhne und Gehälter konnten auf einem stabilen Niveau von rund 63,7 Millionen Euro gehalten werden. Große Einsparungsmaßnahmen wurden bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erzielt (beispielsweise bei Kosten für EDV, Raummieten, Büromaterial, Porto etc.). Ohne die Schlagkraft des ÖGB zu schwächen, betrug die Einsparung alleine in diesem Bereich nahezu 15 Prozent - in Nominalwerten statt 96,21 Millionen Euro im Jahr 2006 nur mehr 81,81 Millionen Euro im Jahr 2007. Serviceleistungen für Mitglieder wurden nicht geschmälert; MitarbeiterInnen nicht abgebaut.

Die im Rahmen des BAWAG P.S.K. Sicherungsgesetzes vom ÖGB auszuweisende Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 1,912 Millionen Euro konnten, wie im Finanzbericht 2006 bereits angekündigt, auf nahezu Null reduziert werden. Die heute noch bestehende nicht quantifizierbare Haftung des ÖGB für die Eigenmittelausstattung der BAWAG P.S.K. wird dem heutigen Wissen nach mit 31. Dezember 2008 erlöschen.

Trotz der erfreulichen Zahlen für 2007 mahnt Schneider zum Sparen:
"Der ÖGB muss den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung weiter gehen und die harten Sanierungsmaßnahmen auch in den nächsten Jahren konsequent umsetzen." Nur so könnten die Schlagkraft des ÖGB nachhaltig für die Zukunft gewährleistet und die Interessen der ArbeitnehmerInnen bestens vertreten werden.

ÖGB, 21. Oktober 2008 Nr. 585

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