Sportstaatssekretär Lopatka: Dopinghandel wie Drogenhandel verfolgen

Lopatka präsentiert Anti-Doping-Aktionsprogramm

Wien, 20. Oktober 2008 (OTS) - "Die aktuellen Doping-Entwicklungen auch in Österreich machen ein entschiedeneres Vorgehen seitens der Justiz, der NADA und der Sportverbände notwendig. Darüber hinaus ist die internationale Zusammenarbeit ein Schlüssel zum Erfolg im Anti-Doping-Kampf ", so Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka. "Will der Sport eine Zukunft haben, müssen wir den Handel mit verbotenen Dopingsubstanzen genauso verfolgen wie den illegalen Drogenhandel. Hier ist vor allem die Justiz gefordert, bei Dopingfällen rasch zu Ergebnissen zu kommen", betonte Lopatka. Vor allem das Umfeld des gedopten Sportlers sei zu verfolgen und die "Hintermänner" auszuforschen. Seitens der Exekutive brauche es "professionelle Dopingjäger". "Doping ist kein Kavaliersdelikt, hier darf nicht verharmlost werden. Denn nicht nur die Zukunft des Sports, sondern die Gesundheit unserer sportlich aktiven Kinder und Jugendlichen steht auf dem Spiel." Lopatka formulierte daher konkret fünf konkrete Punkte eines Anti-Doping-Aktionsprogramms. ****

1. "Auch die Bundesländer müssen Geld für Anti-Doping-Maßnahmen erhöhen", so der Sportstaatssekretär. Die finanziellen Mittel im Anti-Doping-Kampf wurden auf 1,2 Millionen Euro verdoppelt, 80 Prozent davon trägt der Bund. Lopatka erwartet sich auch von den Ländern einen stärkeren finanziellen Beitrag und wird diesen daher bei der Landessportreferenten-Konferenz am 12./13. November einfordern.

2. Internationale Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg: "Nur durch eine verstärkte internationalen Zusammenarbeit, Koordinierung der Anti-Doping-Maßnahmen und Harmonisierung der Gesetze kann der Anti-Doping-Kampf gewonnen werden", so Lopatka, auf dessen Anregung eine eigene EU-Arbeitsgruppe eingerichtet wurde. Bei der Sportministerkonferenz im November will die französische Ratspräsidentschaft vor allem die Zusammenarbeit zwischen den für die Bekämpfung des Drogenhandels zuständigen Justiz-, Zoll- und Polizeibehörden beim Kampf gegen unlauteren Handel mit Dopingsubstanzen und Dopingverfahren verstärkt wissen.

3. Dopinghandel wie Drogenhandel verfolgen: Wie im "Weißbuch Sport" der EU-Kommission empfohlen, muss "der Handel mit verbotenen Dopingsubstanzen in der gesamten EU genauso verfolgt werden wie der illegale Drogenhandel". Dafür brauche es professionelle Dopingjäger im Bundeskriminalamt.

4. Sportverbände müssen mit eigenen Anti-Doping-Projekten aktiv werden: "Die Initiative der Sportverbände ist gefordert, präventive Projekte auszuarbeiten." Mit dem Anti-Doping-Gesetz haben die Fachverbände über die Bundes-Sportförderung die Möglichkeit, eigene Mittel für Maßnahmen zur Dopingprävention zu lukrieren. Bisher haben nur der (Radsport-, Segel- und der American Footballverband) der 59 Fachverbände Anti-Doping-Projekte eingereicht, so Lopatka.

5. Anti-Doping-Pass an Schulen soll Bewusstsein bei der Jugend schaffen: Gemeinsam mit der BSO, der NADA Austria und den Schulbehörden soll eine Informations- und Präventionskampagne an alle Schulen mit sportlichem Schwerpunkt initiiert werden. Die Teilnahme an jährlichen Anti-Doping-Workshops bekommen die Schülerinnen und Schüler in einem "Anti-Doping-Pass" bestätigt.

Die Bundesregierung habe mit den Verschärfungen im neuen Anti-Doping-Gesetz und der Schaffung der unabhängigen NADA Austria den Boden für einen effizienten Anti-Doping-Kampf gelegt. Dieser drücke sich durch "mehr Geld, mehr Aufklärung, mehr Kontrollen und bessere strafrechtlichen Möglichkeiten und eine erstmalige Trennung bei der Zuständigkeit bei Doping-Vergehen von den Sportverbänden hin zur nationalen Anti-Doping-Agentur aus", so Lopatka, der alle betroffenen Institutionen auffordert, Doping kompromisslos zu bekämpfen. "Den Kampf gegen Doping gewinnen wir nur gemeinsam oder gar nicht. Sportler, Betreuer, Sportverbände, Ärzte, Sponsoren, Veranstalter, Medien und die Politik sind gefordert, diesen Kampf im Interesse der Zukunft des Sports gemeinsam mit aller Entschiedenheit zu führen", so Lopatka abschließend.

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