Neues Volksblatt: "Rücksicht" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 20. Oktober 2008

Linz (OTS) - "Ohne die Partei bin ich nichts", soll der im August dieses Jahres verstorbene frühere SPÖ-Vorsitzende und Bundeskanzler Fred Sinowatz einmal gesagt haben.
Beim BZÖ ist es umgekehrt: Ohne den im Oktober dieses Jahres zu Tode gekommenen BZÖ-Chef und Kärntner Landeshauptmann ist die Partei nichts.
Niemand weiß das besser als der neue BZÖ-Chef Stefan Petzner, der aus dieser Erkenntnis den für ihn logischen Schluss zog, mit Jörg Haider als Zugpferd in die Kärntner Landtagswahl zu ziehen. Die Wahlkampfstrategie müsse nur ein wenig "adaptiert" werden, wie Petzner sagte. Wohlgemerkt: nicht geändert, nur "adaptiert"!
Dass die Familie Haiders angesichts der unschönen Tatsachen und Gerüchte rund um den Tod des Kärntner Landeshauptmannes Rücksichtnahme fordert, spielt in den Überlegungen der politischen Haider-Nachfahren offensichtlich keine Rolle.
Wie sollte man auch Rücksicht auf einen Toten und seine Familie nehmen, wenn der tote Jörg Haider viel mehr bewirken kann als alle lebenden BZÖ-ler zusammen?
Die Landtagswahl als Volksabstimmung über den "Mythos Jörg Haider". Einfach genial - wenn man für politische Leichenfledderei etwas übrig hat!

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