Kapellari beim Haider-Requiem: "Er hat verletzt und wurde verletzt"

Früherer Kärntner Bischof bezeichnete den tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmann als "Mann mit einem Kämpferherz"

Klagenfurt, 18.10.08 (KAP) "Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott": Dieses Wort des nordafrikanischen Kirchenvaters Augustinus stellte Bischof Egon Kapellari am Samstag im Klagenfurter Dom an den Beginn seiner Predigt beim Requiem für den tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. "Sein Maß war kein Mittelmaß. Er war ein Mann mit einem Kämpferherz. Als solcher hat er viele Auseinandersetzungen geführt, er hat auch verletzt und wurde selbst verletzt", sagte Kapellari wörtlich, der als langjähriger Gurker Bischof auf Bitte von Claudia Haider, der Witwe des Politikers, die Predigt beim Requiem übernommen hatte. Jörg Haider sei ein "Brennender" und über sein jeweiliges Lebensalter hinaus immer ein "mit einer jugendlichen Dynamik ausgestatteter Mensch" gewesen, so Kapellari.

In seiner kurzen Predigt erinnerte der steirische Bischof an eine zentrale Passage im Mozart-Requiem, mit dem der Gottesdienst musikalisch gestaltet wurde. In dieser zentralen Passage wird die Bitte an Christus gerichtet: "Rette mich, du Quell der Güte". Die kirchliche Totenliturgie füge am Ende die Bitte hinzu, dass Christus den Verstorbenen die "ewige Ruhe" gewähren möge. Diesen Bitten habe Mozart in seinem letzten Werk, dem Requiem, durch seine Musik eine "herzbewegende Intensität" gegeben, sagte Bischof Bischof Kapellari:
"Wir erleben sie auch in dieser Stunde. Mögen sich diese Bitten auch an Jörg Haider erfüllen".

Bischof Kapellari war Konzelebrant beim Requiem, das vom Gurker Diözesanbischof Alois Schwarz geleitet wurde. Weitere Konzelebranten waren Prälat Kan. Stanislaus Cegovnik, der Gurker Stiftspfarrer Kan. Gerhard Christoph Kalidz, Militärdekan Remo Emanuel Longin und Florian Frey. Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, war beim Gottesdienst - wie schon zuvor bei der säkularen Trauerfeier auf dem Klagenfurter Neuen Platz - anwesend. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Domchor Klagenfurt, dem Kammerchor Klagenfurt-Wörthersee und dem Kärntner Sinfonieorchester unter der musikalischen Gesamtleitung von Domkapellmeister Thomas Wasserfaller mit dem Mozart-Requiem gestaltet.

Die säkulare Trauerfeier auf dem Neuen Platz war mit Gebeten des Kärntner evangelischen Superintendenten Manfred Sauer und des Gurker Diözesanbischofs Alois Schwarz eingeleitet worden, die im gemeinsamen Vaterunser mündeten. Bischof Schwarz sagte, viele Menschen quäle die Frage nach dem "warum". Er betonte, dass Gott "in allem Unglück, in allen Fragen und aller Trauer" zu den Menschen steht. (forts) K200809421
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