- 17.10.2008, 16:05:00
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"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Mythos und Kratzer"
Jörg Haider hat sein Bild für die Nachwelt selbst beschädigt.
Wien (OTS) - In Klagenfurt wird heute Jörg Haider zu Grabe
getragen. Familie, Politiker, ausländische Gäste, Zehntausende
Anhänger nehmen Abschied, TV-Teams und Heerscharen von Reportern
berichten aus dem Land, in dem laut BZÖ "die Sonne vom Himmel
gefallen ist".
Der Kärntner Landeshauptmann ist in einer persönlichen/politischen
Hochphase am Wochenende, an dem er den 90er seiner Mutter feiern
wollte, tödlich verunglückt. Das ist für ihn und seine Familie von
größter Tragik.
Er ist aber auch mit seinem Dienstwagen mit 160 oder mehr km/h und
einer Alkoholisierung von 1,8 Promille durch die Nacht gerast und hat
Menschenleben schwerst gefährdet. Das ist kriminell und für die
Vorbildfunktion eines Politikers völlig untragbar.
Wie Zeit seines Lebens solidarisieren sich seine Anhänger auch im
Tod mit ihrem Idol gegen jede Kritik an ihm.
Sie haben in einem Punkt recht: Das Privatleben des Jörg Haider
hat jetzt so tabu zu sein wie zu Lebzeiten. Dass sich Haider
niedergetrunken hat und in sein Auto gestiegen ist, ist entscheidend,
nicht wo und mit wem.
Und das reicht aus, dass die Legendenbildung und Mythifizierung
Jörg Haiders abseits aller politischen Bewertung arge Kratzer
abbekommen hat.
Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
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