Franz Windisch zur "Grünen Offensive": Professionalität in der Betriebsführung wird immer gefragter

Zwischenbilanz des Diskussionsprozesses rund um die Zukunft der Landwirtschaft von Landwirtschaftsminister Josef Pröll

Wien (OTS) - "Im Laufe der Diskussionen innerhalb der von mir geleiteten Arbeitsgruppe "Produktion und Wettbewerbsfähigkeit" wurde immer wieder hervorgehoben, dass Österreich aufgrund des Klimas und der Wasservorräte ein guter Produktionsstandort ist. Die Konsumenten sind größtenteils sehr kauffreudig und auch der heimischen Land- und Forstwirtschaft sehr positiv und wertschätzend eingestellt. Für die Betriebe selbst stellen vor allem Nebenerwerb und Einkommenskombinationen weiterhin Zukunftskonzepte dar. Darüber hinaus wird Professionalität in der Betriebsführung immer gefragter", zieht Franz Windisch, Leiter des Arbeitskreises "Produktion und Wettbewerbsfähigkeit" und Präsident der Wiener Landwirtschaftskammer Bilanz über die bisherigen Diskussionen im Rahmen der "Grünen Offensive" - dem Diskussionsprozess rund um die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft von Landwirtschaftsminister Josef Pröll.

"Die zwei größten Herausforderungen bei diesem Prozess sind für mich die repräsentative Abbildung aller Produktionsfacetten, die Produktion im Einklang mit der Entwicklung von Bevölkerungswachstum sowie Energiefragen und Klimaverschiebung. Die Themen rund um den Biologischen Landbau, Bioenergie und Biomasse haben sich als eigentliche Schwerpunktthemen entpuppt", so Windisch weiter, der vom hohen unternehmerischen Potential der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr beeindruckt war.

Der Arbeitskreis "Produktion und Wettbewerbsfähigkeit" ist mit Abstand der umfangreichste aller fünf Arbeitskreise der "Grünen Offensive". Aus den darin zu behandelten Themen ergaben sich zahlreiche Untergruppen wie Ausgleichszahlungen/Bürokratie, Politische Rahmenbedingungen, Steuern, Versicherung beziehungsweise Absicherung sowie Unternehmenskompetenz, Qualifikation, Betriebsentwicklung und Produktionsstandort Österreich beziehungsweise die Österreichische Produktion. Die verschiedenen Produktionssparten wurden in insgesamt sechs Teilbereiche zerlegt. Um eine repräsentative Abbildung zu erreichen, wurde jeweils eine Unterarbeitsgruppe für Marktfruchtbau, Grünland und Futterbau, Veredelungsbetriebe, Biobetriebe, Forst und Spezialkulturen (Wein, Obst, Gemüse, Zierpflanzen) gebildet. Mehr als 90 engagierte und talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligen sich an der Arbeitsgruppe "Produktion und Wettbewerbsfähigkeit".

Für alle Sparten haben sich folgende Schlüsselanforderungen herauskristallisiert: Bildung und lebensbegleitendes Lernen sind Voraussetzungen für Kostenbewusstsein. Persönliche Unternehmerkompetenz und das Errechnen der betrieblichen Kennzahlen ist entscheidend für flexible Entscheidungen. Verschiedenste Rahmenbedingungen - von länderspezifischen Bauordnungen und Raumplänen, steuerlichen und sozialrechtlichen Spielregeln bis zur GAP - müssen beachtet werden. Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sind bei Konsumenten aber auch bei Politikern notwendig. Ebenso erwünscht ist die Professionalisierung einer marktkonformen Produktion samt Kostenwahrheit in allen Sparten.

"Am Beginn unserer Arbeit stand eine Befunderhebung mittels einer Stärken/Schwächen und Chancen/Risken-Analyse aus allen Bereichen. Im zweiten Schritt soll es nun zu einer konkreten Zuspitzung in Richtung notwendiger Maßnahmen gehen. Ich danke allen Arbeitskreisteilnehmern sehr herzlich für ihr tolles Engagement im Rahmen der Grünen Offensive," so Windisch.

Im April 2008 gab Landwirtschaftsminister Josef Pröll den Startschuss zur "Grünen Offensive", den Diskussionsprozess über die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft. Dieser Diskussionsprozess wird abgekoppelt von der Tagespolitik und der Interessenspolitik geführt und soll so Orientierung für die Land- und Forstwirtschaft bieten, fachspezifische Sektorenüberlegungen anstellen und die Basis für künftige politische Positionierungen bilden. Neu ist auch, dass neben den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Branche auch Externe eingeladen wurden, sich am Prozess zu beteiligen.

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0001