Ärztekammer zu WIFO-Vorschlägen: Warnung vor finanzieller Aushöhlung der Krankenkassen

Wechselberger: Steuerentlastung erforderlich - Entschuldung der Krankenkassen

Wien (OTS) - Eine differenzierte Beurteilung des vom österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung vorgeschlagenen Konjunkturpakets kommt aus der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Wie der geschäftsführende ÖÄK-Vizepräsident, Artur Wechselberger, in einer Pressaussendung am Donnerstag mitteilte, sei eine Entlastung der Bevölkerung generell zu begrüßen. Er warnte aber vor einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge, die unweigerlich zu einer Verschärfung der "chronischen Unterfinanzierung" der Krankenkassen führen würde.

Der in letzter Zeit zu verzeichnende Anstieg der Abgabenquote sei auf die gestiegene Steuerlast der Bevölkerung zurückzuführen, sagte der Ärztepolitiker. Daher gelte es, die Steuertarife "leistungsgerecht anzupassen", um damit dem Inflationsdruck zu begegnen und in einer schwierigen Wirtschaftssituation positive Konjunkturimpulse zu setzen. Die Krankenkassen hingegen müssten dringend entschuldet und darüber hinaus von funktionsfremden Zahlungsverpflichtungen, die sie vom Bund aufgebürdet bekommen hätten, entlastet werden. Eine Senkung der Krankenkassenbeiträge sei unter den gegebenen finanziellen Bedingungen im österreichischen Gesundheitssystem kontraproduktiv.

Wechselberger erwartet sich in den programmatischen Vorarbeiten der anstehenden Regierungsbildung "unmissverständliche Zeichen", die der Bevölkerung die große Sorge über mögliche Verschlechterungen im österreichischen Gesundheitssystem nehme.

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