Marek: Die Lehre ist ein krisensicherer Ausbildungsweg, gerade bei Konjunkturschwäche

Enquete "Job mit Zukunft? - Zukunft mit Job!" zum "Tag der Lehre 2008" - Lehre bietet bessere Chancen als AHS-Matura

Wien (BMWA-OTS) - "Die Lehre ist gerade im Umfeld einer
schwächeren Konjunkturentwicklung ein krisensicherer Ausbildungsweg", betonte Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek bei der Enquete "Job mit Zukunft? - Zukunft mit Job!", die heute in Wien anlässlich des "Tages der Lehre 2008" mit Vertretern der Sozialpartner und großer Ausbildungsbetriebe stattgefunden hat. Marek weiter: "Die Arbeitslosenquote von Lehrabsolventen lag 2007 mit 3,4 Prozent deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von 4,4 Prozent und auch besser als unter AHS-Maturanten mit 5,9 Prozent. Dennoch haftet der Lehre in der Bevölkerung teilweise das Image an, ein Ausbildungsweg für weniger leistungsstarke Jugendliche zu sein. Dies entspricht nicht der Realität, hier muss die Politik ansetzen."

Eine Lehre sei außerdem ein besserer Schutz vor Armutsgefährdung (laut Statistik Austria waren im Jahr 2006 8,9 Prozent davon betroffen) als eine Ausbildung nur mit Matura (hier waren es 9,7 Prozent), fuhr Marek fort. Ein guter Indikator sei auch der Gini-Koeffizient, der die so genannte "Einkommensschere", also wie sehr die Einkommensverteilung in einer Gesellschaft von einer Gleichverteilung abweicht, misst. Österreich habe mit 24 einen wesentlich besseren Gini-Koeffizient als die meisten Länder ohne duales Ausbildungssystem. Der Durchschnitt der EU-15 betrage 29, auch die skandinavischen Länder hätten keine besseren Werte als Österreich, betonte die Staatssekretärin: "Der Wert von Schweden beträgt z.B. auch 24. Die Lehre für Jugendliche und Unternehmer attraktiv zu machen, ist daher auch sozialpolitisch wichtig."

Nachholbedarf sieht Marek bei der Mobilität in der Lehrlingsausbildung: Seit 2002 sei die Zahl der Lehrlinge, die auch Auslandspraktika absolvieren, mit rund 250 pro Jahr auf einem konstant niedrigen Niveau. Auslandserfahrung stelle jedoch ein zusätzliches Qualitätsmerkmal für jede Ausbildung dar, betonte die Staatssekretärin und ergänzte: "Fremdsprachenkenntnisse und Berufspraktika im Ausland erhöhen die Chancen am Arbeitsmarkt und in der weiteren Berufslaufbahn, insbesondere natürlich in international agierenden Unternehmen." Bereits jetzt, so Marek, bestehe die gesetzliche Möglichkeit, Auslandspraktika im Ausmaß von vier Monaten pro Lehrjahr auf die Ausbildungszeit anzurechnen. Als zusätzliche Möglichkeit kann sie sich vorstellen, freiwillig zu absolvierende Auslandspraktika nicht nur im Berufsausbildungsgesetz, sondern auch in den Ausbildungsordnungen im Rahmen laufender Anpassungen und Adaptierungen vorzusehen.

Eine im Auftrag des Ministeriums erstellte Studie der Karmasin-Motivforschung hat ergeben, dass die Ausbildung in Berufsbildenden höheren Schulen am positivsten bewertet wird, die Kombination von Lehre und Matura aber in der Meinung der Bevölkerung fast gleich gut abschneidet und die Lehre ohne Matura im Mittelfeld, aber besser als die AHS-Matura liegt. "Nicht zuletzt dank der guten Vermittelbarkeit von Lehrabsolventen auf dem Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosigkeitsquote unter Jugendlichen mit 6,3 Prozent die zweitniedrigste in der EU. Mit fast 132.000 Lehrlingen wurde Ende September der höchste Wert seit 1994 erreicht, und rund die Hälfte der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer hat eine Lehre absolviert. All das sind Fakten, die das Image der Lehre als Ausbildung mit Zukunft heben", betonte Marek abschließend.

Staatspreis Beste Lehrbetriebe - Fit for Future 2008

Um das Image der Lehre weiter zu verbessern und um den Lehrbetrieben einen Ansporn für eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu geben, wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit der "Staatspreis Beste Lehrbetriebe - Fit for Future" ins Leben gerufen, der erstmals am heutigen "Tag der Lehre" in einer Abendveranstaltung vergeben wird. Zusätzlich wird dabei auch ein Sonderpreis für integrative Berufsausbildung vergeben. In nach Betriebsgröße unterschiedlichen Kategorien wurden folgende Betriebe für den Staatspreis nominiert:

In der Kategorie bis 19 Mitarbeiter/innen: Friseurteam Ingeborg -Inh. Ingeborg Salletmayr in Münzkirchen (Oberösterreich), Hotel Eschenhof in Bad Kleinkirchheim (Kärnten) und Schmuck & Uhren Ute Habenicht in Klagenfurt.

In der Kategorie 20 bis 249 Mitarbeiter/innen: Franz Sterner GesmbH in Marchtrenk (Oberösterreich), KWB - Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH in St. Margarethen/Raab (Steiermark) und Siemens AG Österreich, Niederlassung Innsbruck.

In der Kategorie ab 250 Mitarbeiter/innen: BRP-Rotax GmbH & Co. KG in Gunskirchen (Oberösterreich), Hilti AG, Zweigniederlassung Thüringen (Vorarlberg) und SPAR Österreichische Warenhandels-AG.

Die Staatspreisträger sowie der Preisträger für den Sonderpreis werden heute im Rahmen einer Veranstaltung um 18:30 Uhr im Semper-Depot (1060 Wien, Lehárgasse 6) bekanntgegeben. Die Trophäen für diese Auszeichnungen wurden eigens von Lehrlingen gestaltet.

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