AK Analyse: Lehrstellenlücke wird nicht kleiner

AK Präsident Herbert Tumpel: Jetzt das Jugendbeschäftigungspaket auf Punkt und Beistrich umsetzen

Wien (OTS) - Die Lehrstellenlücke in Österreich ist inzwischen wieder genau so groß wie im Vorjahr, zeigt die aktuelle AK-Auswertung der Lehrlingszahlen des Arbeitsmarktservice für Ende September: Die Unternehmen meldeten dem Arbeitsmarktservice um 14.150 offene Lehrstellen weniger, als es Jugendliche ohne Lehrstelle in einem Betrieb gibt. Voriges Jahr betrug das Minus zwischen der Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen und der Zahl der Jugendlichen ohne Lehrstelle im Betrieb 14.152. "Gut, dass wir das Jugendbeschäftigungspaket haben", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Das Paket gilt seit Ende Juni, und die Bundesregierung hat den Sozialpartnern versprochen, im Budget für 15.000 überbetriebliche Ausbildungsplätze im Ausbildungsjahr 2008/09 zu sorgen. "Von diesen 15.000 Plätzen brauchen wir jetzt jeden einzelnen", sagt Tumpel, "schleßlich zeichnet sich ja schon in der Arbeits-marktstatistik Ende September ab, dass die Jungen zu den Hauptleidtragenden des aktuellen Wirtschaftsabschwungs gehören." An die Unternehmen appelliert Tumpel, gerade jetzt mehr Lehrlinge aufzunehmen: "Das ist wichtig für die Zukunft der Jungen und des Landes."

Die Lehrstellenzahlen von Ende September sind alarmierend: Genau 19.101 Jugendliche in Österreich brauchen noch eine Lehrstelle im Betrieb - knapp mehr als zur selben Zeit im Vorjahr (18.911). Sie sind entweder als sofort Lehrstellen suchend gemeldet (7.470), besuchen einen kurzfristigen Arbeitsmarktservicekurs (5.538) oder absolvieren eine überbetriebliche Lehrausbildung (6.093). Den über 19.000 Jugendlichen ohne Lehrstelle im Betrieb bieten die Unternehmen 4.951 offene Lehrstellen. Das sind zwar um knapp 200 offene Lehrstellen mehr als im Vorjahr (4.759). Aber dieser Zuwachs, so Tumpel, sei "noch zu gering. Jetzt muss die Bundesregierung das vereinbarte Jugendbeschäftigungspaket auf Punkt und Beistrich umsetzen."

Für Jugendliche, die keine Lehrstelle im Betrieb finden, sollen laut Vereinbarung bereits im angelaufenen Ausbilungsjahr 2008/09 insgesamt rund 15.000 überbetriebliche Ausbildungsplätze angeboten werden - etwa in überbetrieblichen Lehrwerkstätten, in Facharbeiteintensivausbildungen für AusbildungsabbrecherInnen oder in Kursen, in denen sich Arbeit suchende jugendliche HilfsarbeiterInnen auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung vorbereiten können. "Nötig ist auch, dass wir in den Betrieben mehr Lehrstellen mit Qualität bekommen, die nach dem Lehrabschluss gute Chancen im Beruf bringen", sagt Tumpel. Dazu ist im Jugendbeschäftigungspaket ein neues Förderungssystem für Lehrbetriebe enthalten, das die Sozialpartner unlängst in einer konkreten Richtlinie umgesetzt haben. Tumpel appelliert an die Unternehmen, die neuen Fördermöglichkeiten zu nutzen.

Gleichzeitig schlägt Tumpel eine bundesweite Informationsoffensive über die neue Lehrstellenförderung vor: "Mehr und bessere Lehrstellen, das ist jetzt das Wichtigste für unsere Jungen - und für die Zukunft unseres Landes im internationalen Wettbewerb."

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