15 Jahre Wiener Erklärung: Recht auf Entwicklung

Auftakt der Veranstaltungsreihe DIALOG ENTWICKLUNG der Austrian Development Agency (ADA)

Wien, 15.10.2008 (OTS) - Heuer jährt sich zum 60. Mal die Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und zum 15. Mal die erste internationale Menschenrechtskonferenz in Wien. Aus diesem Anlass ist der Auftakt der Veranstaltungsreihe DIALOG ENTWICKLUNG der Austrian Development Agency (ADA) dem Thema "Menschenrechtsansatz zur Armutsminderung auf globaler Ebene" gewidmet.

Recht auf Nahrung, Recht auf Bildung, Recht auf Gesundheit - wie lässt sich das Recht auf Entwicklung durchsetzen? Ist der Menschenrechtsansatz ein geeignetes Instrument, um Entwicklung voranzutreiben? Diese Fragen und aktuelle Trends stehen im Mittelpunkt des Vortrages des anerkannten Menschenrechtsexperten Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte in Wien und UNO-Sonderberichterstatter über Folter, heute in der Diplomatischen Akademie.

Für Jahrzehnte standen der makroökonomisch determinierte Entwicklungsdiskurs und der juristisch dominierte Menschenrechtsdiskurs unvermittelt nebeneinander. Mit dem Ende des Kalten Krieges begann sich dies langsam zu ändern. Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit wurden auch auf Bereiche ausgedehnt, die in enger Verbindung mit Menschenrechten stehen - etwa den Justizsektor, die Reform der Polizei oder die Demokratisierung.

- Armut ist Menschenrechtsfrage -

Auf der Wiener Weltkonferenz über Menschenrechte 1993 wurde erstmals das Recht auf Entwicklung universell anerkannt, was dazu beitrug, dass Ende der 1990er-Jahre die Armutsminderung zum obersten Ziel der Entwicklungszusammenarbeit erklärt wurde. "Armut wird somit als Menschenrechtsfrage gedeutet. Menschenrechte haben sich national und international zunehmend als rechtlicher, politischer und ethischer Orientierungsrahmen etabliert", sagt Manfred Nowak, "sie sind Teil des direkt anwendbaren Rechts und Bestandteil der breiteren politisch-ethischen Kultur." Damit wurde der Menschenrechtsansatz zu einem potentiell fruchtbaren strategischen Instrument, um Armut zu mindern und sozialer Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Die Geschäftsführerin der Austrian Development Agency, Botschafterin Brigitte Öppinger-Walchshofer, betont in diesem Zusammenhang: "Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte haben verdeutlicht, wie eng Entwicklung, Menschenrechte und Sicherheit miteinander verknüpft sind. Die Integrierung einer Menschenrechtsperspektive in die Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb ein wichtiges Ziel und Anliegen der Austrian Development Agency." Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) insgesamt trägt dieser Erkenntnis auch dadurch Rechnung, indem sie die menschliche Sicherheit und Friedenssicherung sowie Armutsbekämpfung neben dem Schutz der Umwelt als Hauptziele definiert.

"15 Jahre Wiener Erklärung: der Menschenrechtsansatz zur Armutsminderung auf globaler Ebene - Entwicklungen"
Vortrag des Menschenrechtsexperten Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, 15. Oktober 2008, 19:00 Uhr,
Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien

Mit der Veranstaltungsreihe DIALOG ENTWICKLUNG will die Austrian Development Agency ein Forum für Dialog und Austausch mit entwicklungspolitisch Interessierten schaffen.

- Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) -

Die OEZA ist die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit Österreichs. Sie unterstützt Länder in Afrika, Asien und Zentralamerika sowie Südosteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung. Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA) setzt diese mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Rückfragen & Kontakt:

Austrian Development Agency (ADA)
Das Unternehmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidi Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
E-Mail: heidi.frank@ada.gv.at
www.entwicklung.at

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