Kommende Regierung soll Kinder und Familien stärken

Ziel muss "umfassende Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Gesellschaft" sein, fordert das Österreichische Familiennetzwerk

Wien, 15.10.08 (KAP) Das Österreichische Familiennetzwerk hat zum Beginn der Parteienverhandlungen über eine neue Bundesregierung die Politiker dazu aufgerufen, die Rolle von Kindern und Familien in Österreich zu stärken. Ziel müsse eine "umfassende Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Gesellschaft" sein, sagte der Koordinator des Familiennetzwerks, Prof. Günter Danhel, in einem Gespräch mit "Kathpress".

Familienpolitik erstrecke sich über fast alle Politikfelder. Die kommende neue Bundesregierung sollte sich daher im Sinne eines "family mainstreaming" um eine Ausrichtung aller gesetzlichen Maßnahmen auf Kinder- und Familienfreundlichkeit bemühen. "Eine Gesellschaft sägt am eigenen Ast, wenn sie sich nicht ausreichend um ihre 'Fortsetzung' durch Familien mit Kindern bemüht", stellte Danhel klar, der das kirchliche "Institut für Ehe und Familie" (IEF) leitet.

Konkret hat die überparteiliche und überkonfessionelle Plattform zehn Forderungen an eine neue Regierung formuliert. An oberster Stelle steht dabei eine Entlastung der Familien bei einer kommenden Steuerreform. Mit Modellen wie einem "steuerfreien Existenzminimum" oder dem "Familiensplitting" soll die Familiengröße bei der Berechnung der Lohn- und Einkommensteuer einbezogen werden. "Es kommt sehr darauf an, wie viele Personen von einem Einkommen leben müssen -das sollte stärker als bisher Berücksichtigung finden", so Danhel. Zudem sollten insgesamt Familienleistungen wie Erziehung, Betreuung oder Pflege "besser als bisher wahrgenommen und abgegolten" werden. Erneuert wird auch die Forderung nach einer regelmäßigen Valorisierung aller öffentlichen Familienleistungen.

Eigenständiges Familienministerium

Neben der Einführung einer Form des "Kinderwahlrechts" schlägt das Netzwerk ein eigenständiges Familienministerium vor, das "alle Geschlechter- und Generationenkompetenzen unter einem Dach vereint", so Danhel. Ein weiterer Punkt in den Vorschlägen an eine neue Bundesregierung ist die Einrichtung einer "effektiven gesetzlichen Interessenvertretung der Familien". Der derzeitige familienpolitsche Beirat im Sozialministerium solle ausgebaut oder umgestaltet werden, um mehr Effektivität in der Vertretung der Familien zu erreichen. "Wir glauben, dass die Familien im Hinblick auf die Zukunft der wichtigste Sozialpartner sind. Deshalb sollte man ihnen auch umfassendere Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumen -besser als das bisher der Fall ist", so Danhel.

Die kommende Regierung solle sich auch für einen "umfassenden Schutz des Lebens" einsetzen. Hier brauche es zum Beispiel die Beibehaltung des Euthanasie-Verbots und Maßnahmen für eine Reduktion der Anzahl der Abtreibungen. Mit der Forderung nach einer "Förderung der Ehe zwischen Mann und Frau als einziger Lebensbeziehung, die als eigenes Rechtsinstitut anerkannt ist", wendet sich das Netzwerk gegen die "eingetragene Partnerschaft"..

Im "Österreichischen Familiennetzwerk" sind rund 40 Initiativen und Bewegungen, die sich für Familienanliegen engagieren, vereinigt. Außerdem haben zahlreiche Persönlichkeiten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Kirchen die Grundlagencharta des "Familiennetzwerks" unterzeichnet.

O-Töne von Günter Danhel sind unter "www.katholisch.at/o-toene" abrufbar. (forts.mgl.)
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