- 15.10.2008, 14:02:46
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Arbeitsmarkt Tourismus: Lohnkosten sind nicht das Argument für eine vorzeitige Arbeitsmarktöffnung
Schenner: Wenn es um Arbeitskräfte im Tourismus geht, entscheidet "fähig und willig, nicht billig!"
Wien (PWK771) - Was die Öffnung des Arbeitsmarktes betrifft, so
hat die Tourismuswirtschaft eine ganz klare und durchargumentierte
Linie, reagiert der Obmann der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft (WKO), Hans Schenner, auf die heutigen Aussagen
des vida - Vorsitzenden Rudolf Kaske und des Fachgruppenvorsitzenden
Rudolf Komarony zum touristischen Arbeitsmarkt.
"Das ganze ist relativ einfach erklärt: Offene Stellen müssen
besetzt werden, sonst haben unsere Betriebe ein Problem: Kein Umsatz.
Und kein Umsatz schafft auch keine Beschäftigung!" Die aktuellen
Zahlen bestätigen die Arbeitgeber: In der Sommersaison wurde mit
200.000 Vollzeit-Beschäftigten im Gastgewerbe ein absoluter
Beschäftigungsrekord erzielt, bei einem gleichzeitigen Rückgang der
Arbeitslosigkeit um fast 7%. Etliche offene Stellen konnten nicht
oder nur sehr langsam besetzt werden. Allein über 1.000 zusätzliche
Gaststättenköche wurden 2008 über die Fachkräfteverordnung aus den
neuen EU Ländern genehmigt. Das war damit der Beruf mit den meisten
Bewilligungen, obwohl die Verordnung ursprünglich vor allem für
Schweißer und Dreher in der Industrie gedacht war.
"Da ist es nur logisch, wenn wir uns für einen EU-weit offenen
Arbeitsmarkt einsetzen. In 23 Ländern der Europäischen Union gibt es
bereits volle Freizügigkeit am Arbeitsmarkt, nur Deutschland und
Österreich schotten sich ab. Aber gut, nachdem die vorzeitige Öffnung
des Arbeitsmarktes frühestens mit 1. Mai 2009 von statten gehen wird,
soll der kommende Winter für uns alle die Nagelprobe sein!",
argumentiert Schenner. "Wenn im Winter weiterhin Arbeitskräfte
fehlen, müsse der Arbeitsmarkt mit 1. Mai 2009 geöffnet werden. Man
könne nicht bis 2011 warten, wo dann der Arbeitsmarkt ohnedies
EU-konform aufgemacht werden muss", so der Obmann der Tourismussparte
in der WKÖ weiter.
Das Argument der Gewerkschaft vida, wonach die Tourismusbranche
dauernd nach billigen ausländischen Arbeitskräften rufe, lässt
Schenner nicht gelten: "Das haben wir nicht gesagt und auch nicht
gemeint. Für uns ist nur eines entscheidend: Fähig und willig, nicht
billig!", reagiert Österreichs oberster Touristiker auf die heutigen
Äußerungen der vida.
Es stimme jedoch, so Schenner weiter, dass einige Hausaufgaben am
touristischen Arbeitsmarkt zu erledigen sind: Mobilität,
Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Qualifizierung etwa. "Ich
könnte mir gut vorstellen, dass wir gemeinsam mit der Gewerkschaft
vida bei den Lehrlingen ein Zeichen setzen. Wir haben bereits über
14.800 Lehrlinge in der Tourismus - und Freizeitwirtschaft und immer
noch fast 2.000 offene Lehrstellen. Wir sind bereit, hier mit der
Gewerkschaft ein Paket zu schnüren, damit die jungen Menschen in
Österreich noch mehr Lust auf eine Lehre im Tourismus bekommen."
"Ich kenne die obersten Gewerkschaftsvertreter der vida, Rudolf
Kaske und Rudolf Komarony, als harte Verhandler. Aber ich weiß auch,
dass auf beiden Seiten der Sozialpartner die Bereitschaft da ist, im
Tourismus gemeinsam etwas weiterzubringen", zeigt sich Schenner für
den kommenden Tourismus-Arbeitsmarktgipfel am 25. November
optimistisch. (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft Mag. Rainer Ribing Tel.: (++43) 0590 900-3567 mailto:[email protected] http://wko.at/bstf
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