AGES: Ambrosia-Samen stecken in vielen Vogelfuttermischungen

Pollen der Pflanze können starke Allergien auslösen

Wien (OTS) - Über Vogelfutter kann man sich leicht einen ungebetenen Gast in den Garten holen, der im kommenden Jahr zur Plage für Allergiker werden kann: Die Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia), auch Beifußblättriges Traubenkraut und Ragweed genannt, ist aufgrund ihrer hochallergenen Pollen eine ernstzunehmende Gefahr für die menschliche Gesundheit. Empfindliche Menschen reagieren mit Heuschnupfen und Asthma. Besonders unangenehm ist der späte Blühzeitraum bis in den Spätherbst hinein, durch den die Leidenszeit von Allergikern verlängert wird.

Winterstreufutter für Vögel besonders betroffen

Die nur millimetergroßen, aber charakteristisch geformten mit fünf bis sieben großen Dornen besetzten Samen der Ambrosia finden sich häufig im Vogelfutter, hauptsächlich bei Sonnenblumenkernen und Hirse sowie Mischungen dieser Saaten. Bei Stichprobenuntersuchungen von Vogelfutter aus dem österreichischen Markt durch Experten der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, wurden in 59 Prozent der Proben Ambrosia-Samen gefunden, von einigen wenigen bis zu fast 500 Samen/kg. Zukünftig wird ein Gehalt von weniger als 0,005 Prozent Ambrosia-Samen (ca. 10 Samen/kg) angestrebt. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen auch in diesem Fall: Fast 47 Prozent der untersuchten Proben überschritten den Wert von 10 Samen/kg.

Im Gegensatz zum Stechapfel (Datura stramonium) ist die Verunreinigung mit Ambrosia-Samen futtermittelrechtlich noch nicht als unerwünschter Stoff geregelt. Die Hersteller von Vogelfutter werden auf Grund der erheblichen Schadwirkung und Persistenz von Ambrosia zur Eingangskontrolle (Besatz-Untersuchung) und ggf. Reinigung der zugekauften Mischungskomponenten aufgerufen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ausgangserzeugnisse, z.B. Sonnenblumenkerne, aus wärmeren Ländern stammen, die bekanntermaßen auf den Produktionsflächen Probleme mit Ragweed haben.

Was kann jeder einzelne tun?

Wer nicht auf die Fütterung der Wildvögel verzichten möchte, sollte auf jene im Handel angebotenen Produkte zurückgreifen, die als "geprüft" oder "gereinigt" gekennzeichnet sind. Grundsätzlich sollte im darauf folgenden Frühjahr der Futterplatz aufmerksam beobachtet und aufkommende Ambrosia-Pflanzen unverzüglich, spätestens aber vor der Blüte entfernt werden. Darüber hinaus sollte Vogelfutter nicht als Saatgut verwendet werden. Reste von Vogelfuttermischungen gehören über den Hausmüll entsorgt und sollten nicht in der näheren Umgebung, auch nicht auf dem Komposthaufen, ausgestreut werden.

AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze

Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung − interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Futtermittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: 050 555-250 00
oskar.wawschinek@ages.at

Fachlich:
Univ.-Doz. DI Dr. Herbert Würzner
Tel: 050 555-33200
herbert.wuerzner@ages.at

DI (HLFL) Gerald Hackl
Tel: 050 555-34834
gerald.hackl@ages.at

Dr. Swen Follak
Tel: 050 555-33347
E-Mail: swen.follak@ages.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GEL0001