ÖGJ-Michlmayr: Lehre aufwerten, Lehrlinge entlasten

ÖGJ fordert Freifahrt für alle Lehrlinge und Übernahme der Internatskosten durch die Betriebe

Wien (ÖGJ) - "Fast die Hälfte von jedem Jahrgang macht eine Lehre, die Wirtschaft rekrutiert einen Großteil der Fachkräfte aus den Lehr-AbsolventInnen - und trotzdem hängen die Lehrlinge imagemäßig immer noch hinter MaturantInnen nach", kritisiert Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), aus Anlass des "Tag der Lehre" am 16. Oktober. Er fordert Maßnahmen, um leichter zwischen Lehre und schulischen Ausbildungsformen wechseln zu können bzw. die wechselseitige Anrechenbarkeit von Wissen und Kenntnissen. "Außerdem müssen die Lehrlinge endlich von finanziellen Belastungen wie den Internatskosten befreit werden", so Michlmayr.++++

"Es gibt Jugendliche, denen der Unterricht in einer Schule liegt, und andere, die in einer praxisorientierten Ausbildung besser lernen. Deshalb soll es weiterhin die Wahlfreiheit zwischen Schule und Lehre geben. Aber beide Wege müssen zu gleichwertigen Qualifikationen führen", verlangt Michlmayr: "Es muss egal sein, ob Kompetenzen in einer Schule, in einem Betrieb oder einer Werkstätte erworben wurden." Ein großer Schritt in Richtung Durchlässigkeit des Bildungssystems sei die "Lehre mit Matura", die vielen Lehrlingen ein Studium ermöglicht.

Freifahrt für alle Lehrlinge

Derzeit besteht ein massiver Unterschied bei der Freifahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Besuch der Berufsschule zwischen Lehrlingen die diese täglich, und jenen, die sie nur einmal wöchentlich benutzen. "Egal, ob Tages-, Block- oder Lehrgangsberufsschule: Wir fordern Freifahrt für alle Lehrlinge", sagt der ÖGJ-Vorsitzende.

Lehrlinge, in deren Wohnort keine Berufsschule ist, müssen während der Berufsschulzeit im Internat wohnen. Die Kosten dafür fressen in vielen Fällen die gesamte Lehrlingsentschädigung auf. "Die ÖGJ ist der Meinung, dass die Ausbildungsbetriebe diese Kosten übernehmen müssen. In einigen Branchen, wie etwa in der Metall- und der Bauindustrie, konnten die Gewerkschaften das bereits in den Kollektivvertragsverhandlungen durchsetzen. Wo das nicht der Fall ist, muss eine gesetzliche Lösung her", fordert Michlmayr.

SERVICE: Im Zuge der Kampagne "Abgezockt und ausgesaugt fordert die ÖGJ die Übernahme der Berufsschulinternats- durch die Arbeitgeber -und somit eine finanzielle Entlastung der Lehrlinge. Rechenbeispiele finden Sie unter abgezockt.oegj.at (fk)

ÖGB, 15. Oktober 2008 Nr. 574

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