Klimaneutrale E-Wirtschaft Basis für die Zukunft der Welt

Wien (OTS) -

  • E-VOLUTIONS 2008, der Zukunftsdialog der E-Wirtschaft thematisierte Klimaschutz und Energieversorgung von morgen
  • Konkrete Zukunftsprogramme als Basis für Strukturwandel und Akzeptanz
  • Bartenstein für "echten Relaunch" des Wasserkraftausbaus

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Eine klimaneutrale E-Wirtschaft ist möglich und kann zur Basis für eine nachhaltige Zukunft der Welt werden. Diesen herausfordernden Anspruch stellten die prominenten Referenten im Rahmen von E-VOLUTIONS 2008, dem Zukunftsdialog der österreichischen E-Wirtschaft, den der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) am 14. Oktober 2008 zum zweiten Mal organisierte. Beide Hauptreferenten, der Präsident des Worldwatch Institutes, Christopher Flavin, und der Präsident des Verbandes der europäischen Elektrizitätswirtschaft EURELECTRIC, Vattenfall-CEO Lars G. Josefsson halten eine "Revolution" in Richtung einer nachhaltigen Stromversorgung für machbar und zwingend erforderlich, um die Klimaprobleme zu meistern. Ergänzt wurden die Referate durch eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion.

Bartenstein für "echten Relaunch" der Wasserkraft

Europa müsse hier tätig werden, erklärte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein in seinem einleitenden Statement im Rahmen von E-VOLUTIONS 2008, es sei aber notwendig, die Umstellung so zu vollziehen, dass keine wirtschaftlichen Nachteile dadurch entstehen. Bartenstein: "Wir müssen für den Klimaschutz und die Energiepolitik an allen zur Verfügung stehenden Rädern drehen, um dieses Ziel zu schaffen." Klimaschutz solle in Österreich zudem nicht stattfinden, ohne den Masterplan Wasserkraft zu erfüllen, denn "drei Millionen Tonnen CO2 können damit eingespart werden, ohne dass sensible Standorte berührt werden müssen. Der Wasserkraftausbau sollte daher einen echten Relaunch erfahren." Europa benötige zur Erfüllung der Klimaziele aber einen internationalen Gleichschritt, denn "allein am europäische Wesen kann das Weltklima nicht genesen."

Globaler Preis für CO2 erforderlich

Den Ansichten des Wirtschaftsministers pflichtete EURELECTRIC-Präsident Lars Josefsson bei, der die Stromproduktion von Vattenfall spätestens 2030 klimaneutral umgestaltet sehen will: "Wenn wir nicht binnen zehn Jahren eine weltweite Einigung schaffen, dann wird das europäische System des Emissionshandels zusammenbrechen." Notwendig sei ein "level playing field", damit nicht Industriezweige abwandern und Arbeitsplätze verloren gehen, ohne dass damit die weltweiten CO2 -Emissionen sinken: "Es muss einen globalen Preis für CO2 geben, erst dann können die Marktkräfte für die Reduzierung der Emission einsetzen." Die E-Wirtschaft habe den echten Willen, einen verantwortungsvollen Beitrag zur Klimawende zu leisten. Josefsson:
"Wir wissen, was man tun kann und kennen die Technologien, und wenn die Elektrizität klimaneutral erzeugt wird, kann man sie nachhaltig für viele Bereiche verwenden." Vattenfall werde sich in diese Richtung sehr bemühen. Sollten die Anstrengungen nicht ausreichen, eine Klimaneutralität zu erzielen, werde man einen Ausgleich mit "CO2-Senken" schaffen, beispielsweise indem man Biomassekraftwerke mit CO2-Abtrennung errichte.

Flavin: Revolution Richtung Nachhaltigkeit ist machbar

Christopher Flavin verwies auf die entscheidende Bedeutung der Klimaproblematik: "Es gibt viele Probleme, aber unsere Generation ist jene, von der man in Zukunft schreiben wird, dass sie das Klima der Welt veränderte", insbesondere dann, wenn man keine Lösung für die Treibhausproblematik finde. Trotz der bisher bescheidenen Erfolge zum Klimaschutz zeigte sich Flavin optimistisch, dass man das Problem bewältigen werde: "Wir sind mitten in einer Energierevolution, die in vielen Ländern bereits sichtbar ist. Wir können die Welt-Energieindustrie binnen vier bis fünf Jahren durch eine Revolution in Richtung Nachhaltigkeit auf einen neuen Kurs bringen, wenn wir eine gute Politik machen."

E-Wirtschaft bietet Lösungen für die Zukunft an

Der Wille dazu ist vorhanden. "Wir wollen uns diesem Thema stellen", erklärte VEÖ-Präsident Michael Pistauer. Insbesondere Österreich sei in einer guten Ausgangsposition und wolle in nächster Zeit in erster Linie auf Wasserkraft setzen. Pistauer: "Das politische Bekenntnis zum Ausbau der Wasserkraft muss aber noch in konkrete Projekte umgesetzt werden. Man setze aber auch auf alle anderen erneuerbaren Energieformen, wobei in nächster Zeit noch einige Technologiesprünge zu erwarten seien. Pistauer: "Auch Fotovoltaik wird bei uns eine wichtige Rolle bekommen." Ein weiterer Schwerpunkt werde die Verbesserung der Effizienz sein.

VEÖ-Generalsekretärin Barbara Schmidt nannte konkrete Zahlen:
"Laut dem aktuellen Klimaschutzbericht 2008 betrug der Anteil der Energieaufbringung am CO2-Ausstoß 2006 insgesamt 17 Prozent, während die Industrie 27,8 und der Verkehr 25,5 Prozent zum Gesamt-CO2 Ausstoß beitrugen. Und während die CO2-Zuwächse seit 1990 im Verkehr um 83 Prozent und in der Industrie um 14,3 Prozent gestiegen seien, sei der Anteil der E-Wirtschaft nur um 10,7 Prozent gestiegen - und das obwohl die Stromproduktion um 26,7 Prozent und die Wärmeproduktion um 146,2 Prozent anwuchsen. Wir haben daher bereits eine Entkopplung der Erzeugung vom CO2-Ausstoß erreicht." Die Herausforderungen der Zukunft - nämlich Sicherstellung einer nachhaltigen, emissionsarmen Versorgung zu leistbaren, wettbewerbsfähigen Preisen - könne die österreichische E-Wirtschaft aber nur meistern, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Der VEÖ habe mit seinem Zukunftsprogramm ein konkretes Konzept vorgelegt, das aber die Unterstützung der Politik brauche. Schmidt: "Wir sind koalitionsbereit und hoffen auf eine Politik, die Rahmenbedingungen schafft um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern."

Weitere Informationen (Dokumente, Videomitschnitte) finden Sie unter www.evolutions.atFotos zur Veranstaltung finden Sie unter
http://www.ots.at/redirect.php?Klima

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