Kofi Annan unterstreicht beim mobile.futuretalk 08 vor 960 Gästen die bedeutende Rolle der Wirtschaft für den Frieden

Wien (OTS) - Der ehemalige UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan begeisterte beim mobile.futuretalk 08 im Wiener MuseumsQuartier 960 geladene Gäste. Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft folgten der Einladung von mobilkom austria. Kofi Annan unterstrich in seiner Rede die große Bedeutung der Wirtschaft für weltweite Friedensbemühungen und Stabilität in Krisenregionen. Durch den Abend führte ZIB 1-Moderatorin Hannelore Veit. Im Gespräch mit Boris Nemsic zollte Kofi Annan der Rolle österreichischer Unternehmen bei der politischen Entwicklung in Südosteuropa großen Respekt.

"Wir sitzen alle in einem Boot", meinte der ehemalige UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan, und forderte die westlichen Gesellschaften auf, der Globalisierung ein humanes Gesicht zu geben. "Die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft müssen mit der Politik und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten, damit alle Länder einen fairen Zugang zur Globalisierung bekommen."
Er forderte die Wirtschaft auf: "Ihr müsst in Afrika Geld verlieren, um zu gewinnen. Wenn ihr nur an Gewinn denkt, werdet ihr Verlierer sein." Krankheiten, von denen 800 Millionen Menschen bedroht sind, können sich blitzartig auch in der westlichen Welt verbreiten. Zur aktuellen Finanzkrise meinte Kofi Annan: "Die Finanzwelt ist global, die Kontrollen sind aber lokal; um das in den Griff zu bekommen, bedarf es eines globalen Kontrollsystems." Die Krise des Finanzsystems bedrohe die gesamte Zivilisation. Das Finanzsystem sei wie das Blut, das durch die Adern der Welt fließe.

Entscheidend ist der politische Wille
Kofi Annan betonte die positive Rolle der mobilen Kommunikation, gerade in den ärmsten Regionen der Welt. Kleinbauern können über Mobiltelefone Markt-Preise direkt erfragen und so Unabhängigkeit erlangen. Per SMS können Bauern über das Wetter informiert werden und so bessere Vorkehrungen gegen Umweltkatastrophen setzen. Auch er persönlich lernte das Handy bei seinen Einsätzen in Krisenregionen schätzen. Informationen über das Mobiltelefon in Echtzeit können Friedensbemühungen unterstützen, wie er bei seinem Einsatz für eine friedliche Lösung im Konflikt in Kenia in diesem Jahr feststellen konnte. In den Bergen oder in der Wüste vermittle das Handy ein starkes Gefühl der Sicherheit. Einen Konflikt wie in Ruanda hätten aber die neuen Kommunikationstechnologien nicht beeinflussen können. Kofi Annan: "Die zentrale Kategorie in jedem Konflikt ist der politische Wille." Kofi Annan, der heute Vorsitzender des Global Humanitarian Forum in Genf ist, sieht auch den Kampf gegen den Klimawandel als eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Gerade die ärmsten Regionen der Welt seien davon am härtesten betroffen.

Die Rolle der Wirtschaft
Freiheit, Pluralismus und Demokratie sind Grundpfeiler jeder liberalen Gesellschaft. Gastgeber Boris Nemsic betonte die wichtige Rolle der Wirtschaft für die Stabilität und den gesellschaftlichen Aufschwung in sich entwickelnden Märkten: "Natürlich kann die Rolle von Unternehmen immer nur ein Faktor unter vielen sein. Aber wenn die Wertschöpfung funktioniert, wird auch die Gesellschaft funktionieren." Zum Thema der mobilen Kommunikation meinte Boris Nemsic: "Handy und Internet sind nicht nur die Revolution in der Kommunikation - sie sind, vor allem dort, wo demokratische Werte wenig beachtet werden, zum wichtigsten politischen Instrument der Zivilgesellschaft geworden. Für mich gehören Kommunikation und demokratische Werte zusammen - sie bedingen einander."

Der "Präsident der Welt"
Kofi Annan hat sich während seiner 40-jährigen Karriere bei der UNO weltweit für Freiheit und Demokratie eingesetzt. Auch nach seiner Amtszeit als UN-Generalsekretär ist er als humanitärer Botschafter rund um den Globus unterwegs: Anfang des Jahres setzte sich Annan als Vermittler für die Beendigung der gewaltsamen Unruhen nach den Wahlen in Kenia ein. Gegenwärtig ist Kofi Annan Vorstand der "United Nations Foundation", Mitglied des "Afrika Progress Panels", Vorsitzender der "Allianz für eine grüne Revolution in Afrika", deren Ziel es ist, innerhalb von zehn Jahren die landwirtschaftliche Produktion Afrikas zu verdoppeln, wobei vor allem kleinbäuerliche Strukturen unterstützt werden sollen.
Als mittlerweile buchstäblich "graue Eminenz" ist Annan Gründungsmitglied der "Global Elders", einer Gruppe herausragender Persönlichkeiten, die aber keine öffentlichen Ämter mehr innehaben. Diese "Weltautoritäten", darunter fünf Friedensnobelpreisträger, wollen die Kraft ihrer moralischen und humanitären Autorität zur Lösung globaler Probleme einsetzen. Lieblingsprojekt von Kofi Annan ist jedoch seine Arbeit als Präsident des "Global Humanitarian Forum". Ein Schwerpunkt dieser Organisation widmet sich dem Kampf gegen die zerstörerischen Auswirkungen des Klimawandels.

mobilkom austria award 08 geht an Atelier Sarajevo
Auf der Veranstaltung wurde auch der neu ins Leben gerufene, mit 12.000 Euro dotierte mobilkom austria award 08 verliehen. Fünf der sechs Jurymitglieder stimmten für das Atelier Sarajevo der Österreichischen Kulturvereinigung. Zielgruppe des Atelier Sarajevo sind Kinder und die Förderung eines selbstbewussten, offenen und rücksichtsvollen Umgangs mit allen ethnischen Gruppen und die Überwindung von gesellschaftlichen Grenzen. Die Projektleiterin des Atelier Sarajevo Katharina Stockinger nahm den Preis aus den Händen von Boris Nemsic sichtlich bewegt entgegen.

Hochkarätige Gäste beim mobile.futuretalk 08
Gezählte 960 Gäste kamen auf Einladung von Boris Nemsic ins Wiener MuseumsQuartier, um bei der beeindruckenden Rede von Kofi Annan dabei zu sein und zeigten sich begeistert von der Ausstrahlung dieser Persönlichkeit. Unter den zahlreichen prominenten Gästen befanden sich Österreichs Botschafter bei der OECD Wolfgang Petritsch, Airliner und Formel-1-Legende Niki Lauda, Casino-General Karl Stoss, Profil-Herausgeber Christian Rainer, Francesca Habsburg, Opernballorganisatorin Desirée Treichl-Stürgkh, der Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Menschenrechte Manfred Nowak, die serbische Ministerin für Telekommunikation und Informationsgesellschaft Jasna Matic, Eva und Christoph Dichand, Nationalratsabgeordnete Laura Rudas, die Volksanwältin Therezija Stoisits, Ö3-Chef Georg Spatt, die ORF-Talkerinnen Barbara und Claudia Stöckl, Rewe-Vorstand Werner Wutscher, Swatch-Boss Rudi Semrad, der Präsident von Henkel CEE Günter Thumser und Flughafen Vorstanddirektor Christian Domany. Volksanwältin Terezija Stoisits resümierte den Abend mit den Worten: "Frieden schaffen, Frieden erhalten: Entscheidend ist der Wille, friedlich zu koexistieren. Wenn es den politischen Willen nicht gibt, ist jeder andere Ressourceneinsatz ohne Nutzen." Bis weit nach Mitternacht genossen die Gäste bei spannenden Gesprächen die Atmosphäre im Leopold Museum. Der mobile.futuretalk 08 wurde von mobilkom austria in Zusammenarbeit mit büro wien und Hochegger|Com realisiert.

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