Finanzkrise: Keine Verflechtung von Gesundheit mit Aktienverlusten

Medizinische Versorgung darf nicht davon abhängen, ob in Amerika oder sonst wo eine Bank kracht oder nicht

Wien (OTS) - Bezugnehmend auf die aktuelle internationale Finanzkrise sieht sich die Wiener Ärztekammer in ihrer Warnung bezüglich der möglichen Übernahme von Ordinationen und Gesundheitszentren durch internationale Kapitalgesellschaften bestätigt. Diese seien viel zu abhängig von den internationalen Finanzmärkten, "daher muss die Eigentümerstruktur von Ordinationen und Ordinationsgemeinschaften ausschließlich in ärztlichen Händen bleiben", so Johannes Steinhart, Vizepräsident und Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien. ****

Seit Längerem drängen Kapitalgesellschaften auf den Gesundheitsmarkt. Steinhart sieht als "abschreckendes Beispiel" vor allem Deutschland, wo internationale Konzerne immer mehr versuchten, die Kontrolle über Gesundheitseinrichtungen zu bekommen. "Wenn es dann zu internationalen Turbulenzen am Aktienmarkt kommt, hat das über kurz oder lang massive Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung der Menschen", befürchtet Steinhart. Es sei dann nicht mehr gewährleistet, dass solche Einrichtungen in gleicher Qualität und Intensität die medizinische Betreuung aufrecht erhalten könnten.

In einem Sozialstaat wie Österreich müsse Gesundheit stets entkoppelt bleiben von ökonomischem Gewinnstreben und damit verbundenen möglichen Verlusten. Die Österreicher hätten ein Recht auf eine bestmögliche medizinische Versorgung, "und das ganz unabhängig davon, ob in Amerika oder sonst wo ein Bank kracht oder nicht". Nur Gesundheitszentren unter ausschließlicher Führung von Ärztinnen und Ärzten seien ein Garant dafür, dass es auch in Zukunft und unabhängig von der internationalen Finanzlage eine flächendeckende medizinische Top-Versorgung in Österreich gebe, so Steinhart. (hpp)

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